„Herzlichkeit ist das Wichtigste“ für Flüchtlinge in Rüthen

Ferienprogramm Kinderschutzbund; auch Kinder aus dem Flüchtlingsheim nehmen teil.
Ferienprogramm Kinderschutzbund; auch Kinder aus dem Flüchtlingsheim nehmen teil.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein festes, ständiges Angebot für die Kinder aus dem Flüchtlingsheim macht für den Kinderschutzbund in Rüthen keinen Sinn.

Rüthen.. „Als sich herausstellte, dass der Aufenthalt zunehmend kürzer wurde, habe wir uns dagegen entschieden“, berichtet Vorsitzende Gisela Erdmann. Doch bei auf Zeit angelegten Aktionen, wie jetzt beim Ferienprogramm bezieht man die Kinder aus dem Haus Maria vom Stein gerne mit ein. Allerdings machte in den vergangenen Tagen das stürmische und schneereiche Wetter die Offerte zunichte.

„Bei diesem Wetter kann man verstehen, dass die Mütter ihre Kinder nicht gehen lassen“, meint Gisela Erdmann. Und so blieb es bei einem ersten, vorsichtigen Kennenlernen der 15 Kinder aus Rüthen, die derzeit das Osterferienangebot nutzen, mit zwei Mädchen und einem Jungen beim Basteln von Freundschaftsbändern. Beim Töpfern und gestern beim Plätzchenbacken blieben die Rüthener Kinder unter sich.

Flüchtlinge „Einzelaktionen machen Sinn“, hat die Vorsitzende des Kinderschutzbundes in Rüthen erkannt, nachdem man sich im Herbst in der Unterkunft mit einem Spielnachmittag vorgestellt und zunächst an regelmäßige Aktionen im Wochenrhythmus mit Flüchtlingskindern gedacht hatte. „Das lässt der schnelle Wechsel der Bewohner aber nicht zu“, findet Gisela Erdmann. So braucht sie sich allerdings auch keine Sorgen darum zu machen, dass sich zwischen Stammpublikum beim Kinderschutzbund und Besuchern auf Zeit Freundschaften entwickeln, aus denen allzuschnell Trennungsschmerz erwächst. In der Flüchtlingshilfe sei man ohnehin – und das schon seit vielen Jahren aktiv – indem man die Familien in der städtischen Unterkunft in Kallenhardt unterstütze. Diesen konnte man zuletzt auch wieder mit einem Sprachkursus helfen.

Ein Stück vom Glück

Wenn aber Sozialarbeiterin Sabahate Güvenc mit Kindern aus der Zentralen Unterbringungseinrichtung zum Treff des Kinderschutzbundes kommt, spielen Sprachbarrieren keine Rolle. „Wir wollen den teils traumatisierten Kindern ein paar Stunden Glück schenken“, nennt Gisela Erdmann das Ziel, das sie und die beiden hauptamtlichen Mitarbeiterinnen Anja Knülle und Iris Henneböhle verfolgen. Beim Töpfern oder Basteln von Freundschaftsbändern verstehe man sich ohnehin ohne Worte. „Das Wichtigste ist die Herzlichkeit – und die gibt es auf beiden Seiten.“

Als nächste Aktion soll diese Verständigung zwischen den Müttern gefördert werden. Das nächste Multi-Kulti-Frühstück des Kinderschutzbundes soll möglichst im Flüchtlingsheim stattfinden.