Harsche Kritik an Cemlapis-Votum

Cemlapis: Steinbruch Kupferkuhle
Cemlapis: Steinbruch Kupferkuhle
Foto: WP
Geht es nach dem Willen des Stadtentwicklungsausschusses, dann wird die Stadt Verhandlungen mit der Firma Cemlapis über einen Abbau in der Morgensonne aufnehmen. Diese Mehrheitsentscheidung, die am Dienstag mit den Stimmen von CDU und SPD fiel, wird insbesondere von den Linken kritisch gesehen.

Warstein.. „Es scheint mittlerweile eine breite Front der CDU und SPD zu geben, die bereit ist, mit der Steinindustrie zu verhandeln“, kritisiert Manfred Weretecki (Linke) das Verhalten der beiden großen Parteien im Ausschuss für Stadtentwicklung, „das ist erschütternd und traurig. Wie soll ich denn mit der Steinindustrie verhandeln, wenn sie nicht bereit ist, uns entgegenzukommen?“ Dieses Entgegenkommen bedeute für ihn in erster Linie: „Jedwede Verhandlungen mit der Steinindustrie müssen auch das Thema eines Enddatums für den Steinabbau berühren.“

Dass seine Partei auf ein Ende des Steinabbaus dränge, sei nicht neu, gibt Weretecki zu, aber: „Wir müssen darüber reden. Und den Abbau in Warstein für sie unwirtschaftlich machen. Diese Chance hätten wir hier mit einer Ablehnung der Cemlapis-Forderungen gehabt.“

Auch BG-Fraktionschef Jochen Köster ärgerte die Haltung der beiden großen Parteien in der Abstimmung über die Verhandlungen mit Cemlapis. „Ich finde es schade, dass sie noch nicht mal auf die ergänzenden Vorschläge von Werner Braukmann eingegangenen sind. Die wären meiner Meinung nach wichtig gewesen.“

WAL-Chef Braukmann hatte unter anderem gefordert, dass in die Eckpfeiler eines möglichen Vertrages mit Cemlapis die Verpflichtung aufgenommen würde, auf allen Cemlapis-Flächen nicht unterhalb der Schneider-Linien abzubauen. Der Verwaltungsentwurf, für den letztlich gestimmt wurde, sieht lediglich vor, dass Cemlapis im Bereich der Morgensonne auf den Tiefenabbau verzichtet.

Für Cemlapis-Geschäftsführer Martin Wollschläger sind die Nachrichten aus Warstein erwartungsgemäß Grund zur Freude. „Es sieht jetzt danach aus, dass wir eine Lösung für den Abbau in der Morgensonne hinbekommen“, sagte Wollschläger auf Anfrage der WESTFALENPOST.

Warsteiner Vereinbarung

Unterdessen wird es wohl in den kommenden Wochen zu einer Präsentation des ersten Entwurfes der „Warsteiner Vereinbarung“ kommen. „Herr Asshoff von der Bezirksregierung hat bereits seit einiger Zeit Vorgespräche mit allen Beteiligten geführt und wird uns diese Ergebnisse in Kürze vorstellen“, erklärte Bürgermeister Manfred Gödde auf Nachfrage der WESTFALENPOST, „das geht dann natürlich in die politische Beratung.“ Die „Warsteiner Vereinbarung“ soll die im Mediationsprozess erarbeiteten Handlungsstränge von Stadt, Politik und Steinindustrie fortschreiben.

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