Hansi Hense hält noch immer Kontakt zu früheren Schülern

was macht eigentlich hansi hense
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Foto: WP
Viele seiner alten Schüler und auch deren Eltern kennen und grüßen ihn noch heute. Warum der Abschied von der Gutenberg-Grundschule in Warstein trotzdem leicht fiel, verrät er im Interview.

Belecke..  Über 28 Jahre lang bereitete Hans-Jürgen Hense als Schulleiter der Johann-Gutenberg-Grundschule Generationen von Schülern auf das spätere Leben vor. Eine Zeit, die der mittlerweile 70-Jährige auf keinen Fall missen möchte.

Herr Hense, wenn man so lange Schulleiter war, legt man das „Lehrersein“ da jemals ab?

Hans-Jürgen Hense: Ich habe mich nach der Schulzeit konsequent davon getrennt. Ich hätte gerne weiter unterrichtet und bin auch bis zum Ende gern in die Schule gegangen. Aber die zunehmende Verwaltungsarbeit hat die Zeit genommen, guten Unterricht zu machen. Dessen war ich überdrüssig.

War es Ihnen deshalb möglich, sich so konsequent davon zu trennen?

Ich habe fünf Enkel und war schon immer dem Sport verschrieben. Ich bin nach der Pensionierung in kein Loch gefallen. Ich denke, das hat einen sauberen Schnitt ermöglicht. Heute fahre ich Rad und schwimme, begleite meine älteste Enkelin zum Fußball oder mache Städtereisen, die ich auch für den Kultur- und Heimatverein organisiere. Da gebe ich auch Führungen und arbeite im Beirat mit.

Trotzdem gab es doch sicherlich Dinge, die Ihnen gefehlt haben.

Der Kontakt zu den Schülern und ihren Eltern hat mir sicherlich am meisten gefehlt. Das harmonische Miteinander hat für mich die Schule ausgemacht.

Haben Sie noch Kontakt zu Leuten von damals?

Recht guten sogar. So kommt beispielsweise jedes Jahr eine meiner ehemaligen Schülerinnen mit ihrer Mutter zu meinem Geburtstag vorbei und bringt mir einen Blumenstrauß und ein Buch mit. Auch einige Eltern, mit denen ich während der Schulzeit zu tun hatte, zählen heute zu meinen Freunden.

Zieht es Sie ab und an noch in ihre alte Schule?

Ich war schon lange nicht mehr da – am Anfang sporadisch und hinterher nur noch, wenn ich gefragt wurde. Ich kriege aber noch regelmäßig Weihnachtsgrüße, die Schülerzeitung und andere Informationen von der Liobaschule.

Wie sah ihre Familie damals die Entscheidung, als Schulleiter aufzuhören?

Ich hätte ja noch weitermachen können, bin aber mit kurz vor 63 in Teilzeit gegangen. Die Jahre haben wir genossen und die kann uns keiner nehmen. Ich habe mehr Aufgaben als Hausmann übernehmen dürfen und alle waren froh, dass ich meine Frau damit entlasten konnte. Sie ist teilweise noch berufstätig und hat die Pflege ihrer Mutter übernommen.

Würden Sie denn heute nochmal Schulleiter sein wollen?

Ich habe den Job damals unheimlich gern gemacht. In vielen Gesprächen erzählten mir Kollegen aber, dass der Druck durch die Verwaltungsarbeit immer weiter zunehme. Deswegen weiß ich nicht, ob ich das heute nochmal machen würde.

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