Halber Grieche

Ich gebe es ja zu: Ich bin befangen. Äußerst befangen sogar. Seit ich 1976 das erste Mal in Griechenland war, inzwischen habe ich das Land der Hellenen, schon fast 30 Mal besucht, liebe ich es – und die Menschen, die dort leben, dazu. Das liegt daran, dass ich in all den vielen Jahren ausschließlich gute Erfahrungen gemacht und die vielgerühmte Gastfreundschaft der Griechen derart intensiv erlebt habe, dass ich mit den Geschichten darüber ganze Bücher füllen könnte.


Wohl auch deshalb schmerzt mich die Diskussion um die Finanzkrise des einst so stolzen Landes und der drohende Grexit. Wenn ich mit meinen griechischen Freunden Jannis, Giorgios oder Christos zu später Stunde telefoniere, dann wird spürbar, wie sehr dieses großartige Land leidet und wie ausweglos die Zukunft erscheint. Alle drei arbeiten in der Gastronomie, 18-Stunden-Tage sind für sie in der Hochsaison keine Seltenheit. 18 Stunden, in denen sie auch bis zur letzten Minute ihrer Schicht freundlich und hilfsbereit sind und eine unglaubliche Herzenswärme versprühen. Für sie und die vielen anderen „richtigen Griechen“ wünsche ich mir, dass es eine zukunftsfähige Einigung im Konflikt gibt.