Grundschule als Nebenstandort erhalten

Norbert Becker, Magdalena Hohlfeld, Hans-Martin Weber und Edgar Horstschäfer vor der Grundschule.
Norbert Becker, Magdalena Hohlfeld, Hans-Martin Weber und Edgar Horstschäfer vor der Grundschule.
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Dass man die Grundschule Suttrop nach dem Weggang von Schulleiterin Marita Kretschmer schließen könnte, befürchtet die CDU-Ortsunion – und macht mobil für einen Erhalt des Standortes.

Suttrop..  Der demographische Wandel macht auch vor der Grundschule Suttrop nicht halt. Wie ein Damoklesschwert schwebt die mögliche Schließung über dem Gebäude, in dem schon zahlreiche Generationen Suttroper unterrichtet wurden – wenn sich die Eltern nicht gemeinsam mit der Politik für den Erhalt ihrer Grundschule einsetzen. Auch, wenn diese möglicherweise als Dependance der Liobaschule geführt würde.

„Nächstes Jahr geht Marita Kretschmer in den Vorruhestand und einen neuen Schulleiter wird es nicht geben, da die Schülerzahlen nicht mehr zu erreichen sind“, machte Hans-Martin Weber gestern bei einem Gespräch der Ortsunion Suttrop deutlich. Denn dafür müssten 90 Kinder die Grundschule besuchen. „Es ist die Frage, wie es weiter geht in Suttrop.“

Durchschnitt von 18 i-Männchen

Dies wird auch Thema sein im Schulausschuss in der kommenden Woche, in dem der Schulentwicklungsplan 2016 vorgestellt wird. „Die Schule soll nach einer gewissen Schamfrist dicht gemacht werden“, hat Weber läuten hören. „Dabei haben wir bis 2020 im Durchschnitt 18 bis 20 Erstklässler. Da könnte man die Grundschule als Nebenstandort erhalten.“

Lediglich 2018 bilde eine Ausnahme mit zwölf Kindern, „danach kommen aber wieder mehr“, betonte Edgar Horstschäfer. Wobei man auch berücksichtigen müsse, dass durch den Anstieg an Asylbewerbern auch mehr Kinder nach Suttrop kommen, die schulpflichtig sind. „Die sind in die Berechnung beim Schulentwicklungsplan überhaupt nicht mit eingeflossen“, monierte Magdalena Hohlfeld.

Hier müsse auch berücksichtigt werden, dass die Kinder der Asylbewerber eine intensivere Betreuung benötigen. So hatte Marita Kretschmer im vergangenen Jahr Eltern angesprochen, ob diese bereit seien, die Asylantenkinder im Unterricht zusätzlich zu betreuen, um eine bessere Integration zu gewährleisten. „Das würde man an einer größeren Schule gar nicht geleistet bekommen“, so Weber.

Fatalismus entgegen treten

Wichtig sei es nun, die Eltern zu mobilisieren, sich hinter ihren Grundschul-Standort zu stellen. „Wir wollen frühzeitig Tendenzen entgegen treten, dass die Eltern sagen: Dann schicken wir unsere Kinder eben nach Warstein“, haben die Politiker noch immer das Beispiel Hirschberg vor Augen – wobei hier der Schulleiter kurzfristig ausgefallen sei und es auch weniger Schüler gegeben habe.

„Die Schulleiterin Marita Kretschmer möchte die Schule auch gerne erhalten sehen“, betonte Hans-Martin Weber. „Und die Lehrer wären auch bereit, an der Grundschule als Nebenstandort weiterhin zu arbeiten.“

Durch frühzeitige Gespräche mit Eltern und Stadtverwaltung hoffe man daher, den Schulstandort mindestens bis 2020 erhalten zu können. „Es ist wichtig, dass die Kinder fußläufige Entfernungen zur Schule haben“, betonte er. „Es ist mir niemand bekannt, der Warstein als Schulstandort bevorzugen würde“, fügte Magdalena Hohlfeld hinzu. „Die Eltern stehen hinter der Schule, sie setzen sich verstärkt für diese ein.“

So lange dies von den Schülerzahlen her möglich sei und die Eltern mitziehen, sollte daher in Suttrop unterrichtet werden. „Ein Nebenstandort macht erst dann keinen Sinn mehr, wenn die Eltern dies sagen. Momentan sehe ich die Option ‘Warstein’ nicht“, betonte Weber.

Wie seine Politiker-Kollegen hofft er, dass sich die Elternpflegschaft hinter den Standort Suttrop stellen wird, wenn sie in die Planungen des Sachgebietes Schule mit einbezogen wird. „Wir wollen hier eine Diskussion anstoßen, bevor plötzlich eine Schließung unserer Grundschule feststeht“, hoffen die Politiker, die Bevölkerung für den Erhalt der Grundschule mobiliseren zu können.