Großer Sanierungsaufwand am Stimm Stamm

Natalia Falk-Simon kauft die Gaststätte Stimm Stamm zwischen Warstein und Meschede von der Warsteiner Brauerei, vertreten durch Stephan Buschhoff (zuständig für Immobilien). Zurückgezogen hat sich Bernd Berghoff (rechts).
Natalia Falk-Simon kauft die Gaststätte Stimm Stamm zwischen Warstein und Meschede von der Warsteiner Brauerei, vertreten durch Stephan Buschhoff (zuständig für Immobilien). Zurückgezogen hat sich Bernd Berghoff (rechts).
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Es geht voran bei den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am Gasthof „Stimm Stamm“, doch in diesem Jahr ist wohl noch nicht mit einer Wiedereröffnung zu rechnen. „Das ist praktisch ein Rohbau, den ich da gekauft habe“, sagte die neue Eigentümerin Natalia Falk-Simon.

Warstein..  Es geht voran bei den Renovierungs- und Sanierungsarbeiten am Gasthof „Stimm Stamm“, doch in diesem Jahr ist wohl noch nicht mit einer Wiedereröffnung zu rechnen. „Das ist praktisch ein Rohbau, den ich da gekauft habe“, sagte die neue Eigentümerin Natalia Falk-Simon, die das Gebäude im vergangenen Jahr von der Warsteiner Brauerei übernommen hat, im Gespräch mit der WESTFALENPOST. „Da wurde 20 bis 30 Jahre nichts gemacht.“

Falk-Simon spricht von „unglaublichen Schäden“, die sie beseitigen müsse – und das in Eigenregie. Banken seien heutzutage kaum noch bereit, Kredite für gastronomische Projekte zur Verfügung zu stellen, bedauert die Eigentümerin. So geht Falk-Simon nun Schritt für Schritt vor: Vergangene Woche fanden Grünschnitt-Arbeiten auf dem Gelände statt und auch die Wohnung im Obergeschoss wird derzeit renoviert. „Ich bin schon froh, dass wir mittlerweile wieder fließend Wasser und Strom haben“, sagt die Käuferin der Traditions-Gaststätte. Auch das Dach müsse noch komplett renoviert werden.

Gespräche mit Kreis über Kläranlage

Unterstützung erhält sie von Warsteins Bürgermeister Manfred Gödde, der sie am Samstag besucht hat. „Die wichtigste Sache ist die Kläranlage hinter dem Haus“, weiß Gödde, „die kostet viel Geld.“ Noch in dieser Woche will er mit dem Kreis Soest in Kontakt treten, um eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden.

Wie sehr die Gaststätte vermisst wird, merkt Gödde immer wieder: „Ich werde jeden Tag darauf angesprochen, es ist eines der markantesten Lokale im Sauerland.“ Der Bürgermeister freut sich über Falk-Simons Engagement: „Sie hat die besten Vorsätze, aber das geht eben nicht von heute auf morgen.“ Der Zustand des Gebäudes sei schlecht. „Die Brauerei hat es sehr herunter kommen lassen.“

Nach dem vorläufigen Rückzug von Bernd Berghoff (wir berichteten), der als Betreiber vorgesehen war, ist die gastronomische Zukunft des Ausflugslokals absolut offen. „Erst einmal muss ich das Bauliche regeln“, erklärt Natalia Falk-Simon, „ob ich mir dann einen Pächter hole oder den Betrieb selber übernehme, weiß ich noch nicht.“ Auch eine Rückkehr Berghoffs sei nicht ausgeschlossen.

Zum Jahresende 2010 geschlossen

Der Stimm Stamm gehörte zu den traditionsreichsten Gaststätten in der Region. Zum Jahresende 2010 hatte der langjährige Eigentümer und Wirt Franz Enste das Lokal aus Altersgründen geschlossen und das rund 6000 Quadratmeter große Grundstück anschließend an die Warsteiner Brauerei verkauft. Seitdem äußerte er mehrfach Enttäuschung, dass an seinem Elternhaus nichts passiere.

Die Erwitterin Falk-Simon, zugleich Pflegedienstleiterin eines Lippetaler Pflegeheims, hatte das Gelände an der Stadtgrenze zu Meschede, auf dem sich früher einmal eine Poststation befand, im November vergangenen Jahres gekauft. Ursprünglich waren nur kleine Ausbesserungsarbeiten geplant, ehe Bernd Berghoff die Gaststätte als Treffpunkt für Wanderer und Lkw-Fahrer wieder eröffnen wollte. Ein ähnliches Konzept verfolgt der Gastronom bereits auf der Haar.

Ob mit diesem Konzept oder einem anderen – Natalia Falk-Simon und Manfred Gödde senden trotz aller Herausforderungen optimistische Zeichen: „Das Lokal wird wiedereröffnet.“