Große Freude in Hamm und Lippstadt
30.11.2008 | 14:30 Uhr 2008-11-30T14:30:00+0100
Die Entscheidung zum Hochschulstandort Hamm-Lippstadt ist meist positiv begrüßt worden - nur in Soest hätte man sich eine Entscheidung (auch) für Soest gewünscht.
Am Freitag Nachmittag wurden die Ergebnisse der Fachjury bekannt gegeben. In Lippstadt und Hamm sollen künftig 2500 Studenten Plätze finden. Gelobt wurde von der Jury unter anderem die Einbindung der heimischen Firmen.
Das Konzept der Fachhochschule Südwestfalen für Soest konnte hingegen nicht überzeugen. Ideen für den Kreis Unna im Bereich Abfallwirtschaft sollten in das Konzept der neuen Fachhochschule eingearbeitet werden.
„Wir haben es geahnt”, freute sich Lippstadts Wirtschaftsförderer Wilhelm Coprian über die gute Nachricht. Spätestens 2010 soll es in Hamm und Lippstadt gleichermaßen los gehen. Die ersten Räumlichkeiten stehen im Technologiezentrum Cartec zur Verfügung. Ganz bewusst will man nicht gleich den Schwerpunkt im Automotive-Bereich legen; man möchte sich vielmehr an den Unternehmen orientieren, die das Projekt Fachhochschule unterstützen.
Coprian rechnet damit, dass die FH schnell „eine eigene Rechtspersönlichkeit” wird und Anfang 2009 ein Gründungspräsident benannt wird.
Für Lippstadts Bürgermeister Christof Sommer steht fest: „Das war eine echte Teamarbeit und deshalb können wir auch alle gemeinsam den Erfolg feiern.” Sichtlich erfreut präsentierten die Bürgermeister aus Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, und Lippstadt, Sommer, die positive Entscheidung zum neuen Fachhochschulstandort Hamm-Lippstadt. Sommer dankten neben dem Partner Hamm den vielen heimischen Unternehmen, Verbänden und Institutionen — eines der stärksten Argumente der Lippstädter. Sommer: „Die Fachhochschule ist für Lippstadt ein echter Meilenstein, der das Leben in Lippstadt bereichern und positiv verändern wird.”
Hunsteger-Petermann stellte in einer Pressekonferenz in Hamm die gute Partnerschaft zwischen Hamm und Lippstadt heraus: „Gemeinsam haben wir ein tolles Konzept auf die Beine gestellt - und ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass wir auch in Zukunft tolle Partner sein werden.”
Für die beiden Landtagsabgeordneten Christof Rasche (FDP) und Werner Lohn (CDU) komme mit der neuen FH ein „wichtiger Baustein in der Region” hinzu, erklärten sie.
„Die Entscheidung der Landesregierung, auf der einen Seite 250 Studien-Plätze nach Lüdenscheid zu vergeben und auf der anderen Seite eine neue FH Hamm/Lippstadt zu gründen, ist für die jeweiligen Standorte positiv, für den Standort Soest ist es der schlechteste Fall der eintreten konnte”, kommentieren hingegen der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Römer und der SPD-Bundestagskandidat Wolfgang Hellmich die Entscheidung der Landesregierung: „Wir beglückwünschen Lippstadt zu dieser neuen Chance, für den Kreis Soest als Ganzes hätten wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht.” Sie hatten für Soest gehofft, auch als Kompensation für die drastischen Arbeitsplatzverluste in anderen Bereichen, etwa der Sozial- und Agrarverwaltung oder beim Landesinstitut. Minister Uhlenberg habe da versagt. Die Kreisverwaltung wird aufgefordert, „endlich das zu tun, was seit Beginn des Antragsverfahrens nötig gewesen wäre und von uns immer gefordert wurde: Die betroffenen Kommunen und Einrichtungen an einen Tisch zu bringen, um eine gemeinsames Interesse für den Kreis zu formulieren.”
Ganz anders bewertet Parteilkollegion und Landtagsabgeordnete Marlies Stotz aus Lippstadt die Entscheidung: „Die Entscheidung ist ein gutes Signal für unsere Stadt und die ganze Region.” „Wir müssen diesen Impuls nutzen, um gezielt Ausbildung und Technologietransfer insbesondere für die kleinen und mittleren Unternehmen in unserer Region weiter voranzubringen. Dazu müssen sich nun umgehend Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gewerkschaften an einen Tisch setzen“, so Stotz.
Mit großer Freude haben die Fraktionsvorsitzenden von CDU und FDP, Hannelore Bartmann-Salmen und Edgar Beumer, die positive Entscheidung für die Errichtung einer gemeinsamen Fachhochschule aufgenommen. „Das ist zweifelsohne die wichtigste Entscheidung der letzten Jahrzehnte für die Sicherung und Weiterentwicklung des Wirtschafts- und Bildungsstandortes Lippstadt,” so die beiden Sprecher der Fraktionen. Damit bestätige sich, dass die Entscheidung einer gemeinsamen Bewerbung mit der Stadt Hamm auf den Weg zu bringen, strategisch richtig und erfolgsversprechend war. Beide Fraktionen hatten diese einmütig unterstützt.
Sowohl die Stadt Hamm als auch die Stadt Lippstadt haben sich bereits vor der Veröffentlichung des Wettbewerbs am Aufbau eines Hochschulstandortes sehr interessiert gezeigt. Daraufhin hatte der Minister für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Herr Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP), die beiden Bürgermeister aufgefordert, sich am Wettbewerb zu beteiligen, um dem eklatanten Mangel an Fachkräften im Ingenieurswesen in der Region entgegen zu wirken.
Einer der wichtigsten Aspekte für den positiven Entscheid aus Düsseldorf sei die intensive Bereitschaft der heimischen Firmen, Banken und Gewerbetreibenden, den Prozess finanziell und fachlich zu begleiten: „Die heimischen Wirtschaftsunternehmen waren der Motor für die Bewerbung unserer Stadt.” Dieses sei ein Beweis dafür, dass mit vereinten Kräften einiges zu bewegen ist.
0mitdiskutieren