Gravierende Mängel eher die Ausnahme

Kreis Soest..  „Insgesamt ist in den Einrichtungen im Kreis Soest eine gute Pflege- und Betreuungsqualität festzustellen. Im Verhältnis zu den Einrichtungszahlen und Platzzahlen sind gravierende Mängel eher die Ausnahme.“ Dieses Fazit zieht die Kreis-Heimaufsicht in ihrem Tätigkeitsbericht 2013/2014.

Sie ist zuständig für 55 Pflegeeinrichtungen, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft, 19 Einrichtungen der Eingliederungshilfe und zwei solitäre Kurzeitpflegen für Menschen mit Behinderungen mit 5. 525 Plätzen.

Unangemeldete Kontrollen

2013 und 2014 führte die Heimaufsicht unangemeldet routinemäßig oder anlassbezogen 159 Kontrollen nach dem landesweit einheitlichen Rahmenprüfkatalog durch. Vereinzelt stellten die Mitarbeiterinnen Pflege- und Betreuungsmängel fest – zum Beispiel nicht angemessene Dekubitusprophylaxe, fehlende Mobilisation, ungenügende Nahrungs- und Flüssigkeitsversorgung oder unzureichende soziale Betreuung.

Es folgten jeweils intensive Beratungen sowie engmaschige Nachprüfungen. Die Einrichtungen reagierten in der Regel sofort und beseitigten die Mängel unverzüglich. Allerdings musste bei einer Einrichtung 2014 ein Aufnahmestopp ausgesprochen werden, weil aufgrund der festgestellten Mängel eine angemessene Qualität der Betreuung der Bewohner nicht mehr sichergestellt war.

In den zwei Jahren des Berichtszeitraums bearbeitete die Heimaufsicht 134 Beschwerden. Meistens ging es wie in den Vorjahren um Pflegequalität und – mit steigender Tendenz – um die personelle Besetzung. „Die Bearbeitung von Hinweisen auf mögliche Mängel, insbesondere bei der Pflege und Betreuung der Bewohner der Einrichtungen, hat bei uns eine sehr hohe Priorität. Jeder eingegangenen Beschwerde wird nachgegangen“, betont der zuständige Leiter des Sachgebiets Pflegeplanung und Alter, Holger Schubert.

Beratung und Zusammenarbeit

Zu den Aufgaben der Heimaufsicht zählen auch die Beratung, die Zusammenarbeit und Koordination mit anderen Behörden sowie die Begleitung von Neu- und Umbaumaßnahmen. Die Arbeitskreise sollen Basis sein für die Zusammenarbeit der regionalen Akteure. Erklärtes Ziel ist eine hohe Pflege-Qualität im Kreis Soest.

„Wir wollen die Fortentwicklung einer individuell, aber auch flächendeckend qualitativ hochwertigen Pflege und Betreuung der älteren und pflegebedürftigen Menschen im Kreis Soest fördern. Deshalb ist es wichtig, dass sich Bewohner, Angehörige und alle Interessierten bei Fragen und Problemen an die Heimaufsicht wenden“, appelliert Michael Streich, zuständiger Abteilungsleiter Soziales der Kreisverwaltung.