Glitzernder Weihnachtsengel im Kindertreff

Zeit für gute taten: Legte Bastelgeschick an den Tag: Tanja Frohne im Kreise der Pank 38-Kinder.
Zeit für gute taten: Legte Bastelgeschick an den Tag: Tanja Frohne im Kreise der Pank 38-Kinder.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die „Zeit für gute Taten“ geht in die Verlängerung. Auch nach Weihnachten helfen WP-Redakteure, wo sie können – heute: Tanja Frohne beim Basteln von Weihnachtskarten.

Belecke..  Donnerstagnachmittag im Kindertreff des Pank 38: Der Lärm, der mich empfängt, ist ohrenbetäubend. Die Mädchen hüpfen aufgeregt auf und ab, die Jungen spielen Fangen im Flur und stoßen dabei ein wildes Indianer-Geheul aus. Und diese wilde Bande soll schon in wenigen Minuten ruhig am Tisch sitzen und Weihnachtskarten basteln? Ich bin gespannt.

Susanne Hilgers ruft die Kinder zusammen, die wirklich friedlich und gespannt blickend am großen Tisch Platz nehmen. Auch mir gegenüber sind sie sofort zutraulich. „Es ist gut möglich, dass die Kinder Sie auch für eine Betreuerin halten“, schmunzelt Susanne Hilgers. Denn die wechseln jede Woche, so dass auch meine Ansprechpartnerin nur alle sechs bis acht Wochen die Rasselbande betreut.

Hilgers ist froh, dass ich heute zum Helfen gekommen bin – auch wenn ein dauerhaftes Engagement natürlich wünschenswerter wäre: „Wir suchen händeringend Nachwuchs. Uns fehlen die jüngeren Eltern, die nachkommen.“ Selbst hat sie keine eigenen Kinder im Grundschulalter mehr, ist aber einfach im Kindertreff hängen geblieben. „Wir treffen uns etwa acht Mal im Jahr zur Leiterrunde, um das Programm zu besprechen – es ist immer klasse, wie viele tolle Ideen da zusammen kommen“, erzählt Susanne Hilgers. „Wir haben auch gerne Erwachsene hier, die ihr Hobby vorstellen. Beispielsweise war der Opa eines Kindes da, der seine Holzarbeiten gezeigt hat.“

Ordentlich mit Glitter verzieren

An diesem Nachmittag ist aber erst einmal das Basteln von Weihnachtskarten angesagt. Erwartungsvolle Augen blicken zu uns hoch. Rote Tonpapierkarten haben alle vor sich liegen. „Ihr könnt die Karten verzieren, wie ihr möchtet – ihr könnt Sterne ausprickeln, Sticker aufkleben oder aus Watte Schneeflocken formen“, erklärt Susanne Hilgers. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Sofort zur Hilfe eilen brauche ich nicht: „Wir warten erst mal, was die Kinder für Ideen haben.“

Ideen haben die Kinder viele, aber an der Umsetzung und Technik hapert es manchmal, so dass es nicht lange dauert, bis Phil mit der Prickelnadel vor mir steht. „Das geht nicht“, meint er mit Blick auf das Goldpapier, aus dem er einen Stern ausstanzen möchte. Also erkläre ich ihm, wie man mit der Nadel Löcher stanzt, um so die gewünschte Form vom Rest zu trennen. Als ich ihm Folie und Schablone festhalte, klappt es gut.

Dann geht es an das Falten von Weihnachtsbäumen. Aus drei quadratischen Blättern entsteht eine Tanne, die auf die Karten geklebt wird. „Hilfst du mir?“ fragt Emily hoffnungsvoll. Ich gucke etwas ratlos, schließlich muss ich mir die Falttechnik auch erst einmal ansehen. Beim zweiten Weihnachtsbaum klappt es dann schon ganz gut.

Klar, dass die Karten – gerade bei den Mädchen – anschließend ordentlich mit Glitter verziert werden müssen. Aus einer Streubüchse wird dieser großzügig über die Karten verteilt. Klar, dass dabei auch Tisch und Fußboden mit eingepudert werden. Auch ich selbst fühle mich wie ein glitzernder Weihnachtsengel.

Jungen wechseln an den Kicker

Während die Mädchen noch eifrig bei der Bastelarbeit sind, haben die Jungen anscheinend langsam die Lust verloren und vergnügen sich lieber im Vorraum am Kicker. „Die Jungen verlieren immer schnell das Interesse“, erklärt Susanne Hilgers. „Ich bin bloß froh, dass wir den Kicker haben, sonst können zwei Jungs schon die ganze Gruppe aufmischen.“

Inzwischen sind alle Karten fertig. Es geht ans Aufräumen. Es wird gefegt, die Decken werden zusammengefaltet, die Kinder werden von ihren Eltern abgeholt. Ruhe senkt sich langsam über den Treff.

Die letzten Aufräumarbeiten machen die Pank-Betreuerinnen nun allein. Ich mache mich auf den Weg zu meinem Auto – ganz schön geschafft, aber zufrieden. Und Weihnachtsbäume basteln kann ich jetzt auch.