Girokonto wird für Sparkassen-Kunden teurer

Die Kontoführung ist bei der Sparkasse Lippstadt zum Jahreswechsel teurer geworden.
Die Kontoführung ist bei der Sparkasse Lippstadt zum Jahreswechsel teurer geworden.
Foto: TA
Was wir bereits wissen
Mit dem Jahreswechsel hat die Sparkasse Lippstadt die Grundgebühr für ihre Girokonten erhöht. Die beiden übrigen lokalen Banken wollen die Preise beibehalten.

Warstein/Rüthen..  Die Sparkasse Lippstadt hat zum Jahreswechsel ihre Grundgebühren für Girokonten bei Privatkunden zwischen 5 und 10 Prozent erhöht, „aber nur beim Grundpreis“, wie Sprecher Dirk Rabe betont. Die letzte Preisanpassung (zur Fusion mit der Sparkasse Warstein-Rüthen) liege fünf Jahre zurück und sei im Bereich Lippstadt teils sogar eine kleine Senkung gewesen, die vorherige Änderung weitere sieben Jahre. Die Kosten seien gestiegen.

Die Volksbank Anröchte kann auch nicht über steigende Gewinne bei Girokonten jubeln. Vorstandsmitglied Hans-Georg Funke gleichwohl: „Um den rückläufigen Erträgen entgegenzuwirken, sind kurzfristige Gebührenerhöhungen bei uns derzeit nicht geplant. Stattdessen gilt es sich weiterhin dem Thema Kosteneffizienz und Produktivitätssteigerung anzunehmen.“

Die WP hat verglichen: Wer sein Konto online führt, ist bei der Volksbank Hellweg mit 71,24 Euro pro Jahr am kostengünstigsten aufgehoben. Volksbank Anröchte (74 Euro) und Sparkasse Lippstadt (78,20 Euro) sind etwas teurer. Auch wer auf die Bedienung in der Filiale nicht verzichten möchte, fährt mit der Volksbank Hellweg mit 93,20 Euro günstiger als bei den Mitbewerbern – zahlt aber für diesen Service über 25 Euro mehr. Volksbank Anröchte (98 Euro) und Sparkasse Lippstadt 98,84 Euro) liegen noch über dem Wert. Übrigens: Die Sparkasse Lippstadt nimmt als einzige lokale Kredit vor Ort in beiden Modellen für das Einreichen eines Schecks zwischen 80 Cent und zwei Euro (online). Rabe: „Der Aufwand ist für uns ein ganz anderer als der sonstige Zahlungsverkehr“.

Keine Kosten für Einzahlungen

Einige Kreditinstitute sind inzwischen dazu übergegangen, für das Einzahlen Geld zu nehmen, weil die Anforderungen zum Jahreswechsel noch mal strenger geworden sind (das Kreditinstitut muss die Echtheit der Münzen überprüfen). Für Firmen, so Petra Golz von der Volksbank Hellweg, gebe es für das Handling individuelle Vereinbarungen, wer aber mit seinem Sparschwein kommt, wird weiter kostenlos bedient. Wird allerdings die klassische Asbach-Flasche von einem Nicht-Kunden auf den Tresen gestellt, „dann schauen wir schon.“ Dirk Rabe berichtet, dass die Sparkasse Lippstadt ähnlich verfährt: „Für Kunden ist das kostenfrei“. Das ist Service, während Fremdkunden zahlen müssen. Denn: „Sie können heute Münzen nicht mehr lose an die Bundesbank abgeben.“ Auch bei der Volksbank Anröchte werden die Privatkunden weiterhin kostenlos ihr Geld los. Ansonsten werde dies „nach Aufwand bepreist“, so Vorstandsmitglied Hans-Georg Funke.

Zinsmarge gesunken

Petra Golz kann die Mitbewerber verstehen, die zum Jahreswechsel an der Konto-Gebührenschraube gedreht haben, schließlich sei die Zinsmarge weiter gesunken, „und das wird jedes Jahr mehr“. Aber „bei uns war das nicht zwingend notwendig“. Ob das lange Zeit so bleibt, lässt die Marketing-Expertin offen.