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Gesamtschule

Gesamtschule jetzt auch im Alleingang

29.08.2008 | 17:34 Uhr

INI geht eigenen Weg und hält am Schulstart 2009 fest

Bleiben bei ihren Gesamtschulplänen: Von links die INI-Vorstände Thomas Assmann, Reinhard Venjakob, Fritz Henneböhl und Vorsitzender Andreas Knapp. Foto: Jürgen Kortmann

Lippstadt. Dann eben ohne Unterstützung der Stadt: Die INI hält an ihren Plänen für eine von ihr privat geführte Gesamtschule in Lippstadt fest. Wie geplant, soll die Schule zum Schuljahr 2009/10 ihren Betrieb aufnehmen. Die strittige Frage des Schulgebäudes und der Kosten hat der Vorstand gelöst.

Wie berichtet, hatte der Stadtrat am Montag es mit knapper Mehrheit abgelehnt, der INI ein Gebäude zur Verfügung zu stellen und Kosten zu erstatten. Die INI löst beides selbst, und hat damit ihrer Ansicht nach die Bedingungen erfüllt, damit die Bezirksregierung die Gesamtschule genehmigen kann: Unterrichtet werden soll in den 16 Räumen des INI-Berufskollegs an der Südstraße und in angemieteten Räumen in der Nähe — dies habe, so Vorsitzender Andreas Knapp gestern bei einer Pressekonferenz, den Vorteil, dass das Kolleg ohnehin als Schule anerkannt sei und die Klassenräume daher für den Unterricht auch einer Gesamtschule geeignet sind. 

Auch für die finanzielle Grundlage der Gesamtschule sorgt die INI jetzt selbst: Sie zahlt den Eigenanteil eines Trägers aus eigenen Mitteln — im ersten Jahr 2009 seien dies 25 000 Euro und „eine zu schulternde Größenordnung”, so Vorstand Reinhard Venjakob. Ist die Gesamtschule 2015 mit allen Jahrgängen komplett in Betrieb, würde dieser Eigenanteil 350 000 Euro betragen — man habe also sechs Jahre Zeit, um diesen Betrag zu sichen. Und da ist man zuversichtlich, angesichts der Erfahrung des Verbandes, Gelder zu akquirieren: „Bisher ist es uns immer gelungen, diese Mittel in die Region zu holen”, so Venjakob zuversichtlich. Deshalb: „Wir halten die Finanzierung für absolut gesichert.” Auch eine dritte formale Voraussetzung erfüllt die INI ihrer Einschätzung nach: Sie kann schon alle Lehrer benennen, die in den Sekundarstufen I und II unterrichten werden. Übrigens: Nach Bekanntwerden der INI-Pläne habe man bereits viele Bewerbungen von Lehrern erhalten — im vollständigen Betrieb 2015 werden hier 60 bis 65 Lehrer in Vollzeitstellen beschäftigt sein.

„Wir können qualitativ punkten.”Vorstand Reinhard Venjakob  182 Eltern haben gegenüber der INI erklärt, ihre Kinder für die Gesamtschule anmelden zu wollen — darunter 105 aus Lippstadt selbst, drei aus Rüthen, zwei aus Warstein, fünf aus Lippetal, selbst aus Werl und Arnsberg. INI-Vorstandsmitglied Fritz Henneböhl sagte gestern, mit den Leistungskursen für Technik einerseits sowie für Kunst und Design andererseits werde die Gesamtschule ein „echtes Alleinstellungsmerkmal” haben.

Starten soll die Schule mit der Jahrgangsstufe 5 sowie der gymnasialen Oberstufe, und dann nach und nach wachsen. Henneböhl betonte, die INI-Schule werde eine echte Ganztagsschule sein — anstelle von „Verwahrungsangeboten” werde nachmittags bis 15.45/16 Uhr vor allem im Förder- und Werkstattbereich gearbeitet. Für den Oktober sind weitere Informationsangebote für Eltern geplant. Für Ende November wird eine Entscheidung der Bezirksregierung zur Genehmigung erwartet. Die Hauptargumente der Eltern für eine Gesamtschule waren — erfuhr die INI — die Hoffnung auf eine bessere Förderung ihrer Kinder, die Angst vor dem „Turbo-Abitur” und die generellen Bedenken, Kinder nach der vierten Klasse auf eine weiterführende Schule festzulegen. 

Die INI glaubt an den Erfolg ihres Planes — und nicht an den der Stadt, bei einer erfolgreichen Elternbefragung dann eine städtische Gesamtschule einzurichten. Dies hatte, wie berichtet, der Stadtrat beschlossen: Die „Trumpfkarte” der INI sei, so Vorsitzender Andreas Knapp, die Verbindung der Schule zu ihren Werkstätten — „wir können qualitativ punkten”, betont Reinhard Venjakob. Öffentliche Gesamtschulen würden vom Land ohnehin nicht genehmigt, außerdem sei die von der Stadt gewählte Form einer Halbtags-Gesamtschule „widersinnig” (Vorstand Thomas Assmann) mit Blick auf den Trend der allgemeinen Schullandschaft.

Juergen Kortmann

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