Gemessen: Zu 80 Prozent glücklich

Warstein..  Heute bin ich weniger glücklich als gestern. Sagt mir jedenfalls das Internet. Basierend auf einigen Fragen, die ich beantwortet habe, wie zum Beispiel „Willst du das, was du gerade tust, tun oder musst du?“, hat die Website „Trackyourhappiness.com“ ausgerechnet, wie glücklich oder zufrieden ich bin. Ergebnis: Eben weniger als gestern.

Die Internetseite gibt einem die Möglichkeit, durch regelmäßiges Festhalten des momentanen Gefühlszustandes zu erkennen, was uns mehr oder was uns weniger glücklich macht. Eine Form der Selbstkontrolle light. Denn was das Thema Selbstkontrolle angeht, gibt es zahlreiche Apps und Zubehör, um zu vermessen wieviele Schritte man am Tag gelaufen ist, wieviele Kalorien man verbraucht hat oder sogar, wie man geschlafen hat. „Quantified Self“ heißt der Fachbegriff. Die deutsche Erklärung: Man vermisst sich selbst und sammelt akribisch Daten über das eigene Verhalten, um es so optimieren zu können. Und das mithilfe der verschiedensten Programme, die sich stetig weiterentwickeln.

Mein Handy bimmelt. Die App „Aqua“ meldet sich zu Wort, um mir mitzuteilen, dass es wieder Zeit ist zu trinken. Denn auch das können die Apps: die eigene Ernährung kontrollieren. Auf meinem Display sind neben der Wasserapp, die mich ans Trinken erinnern soll, noch zahlreiche andere Apps, die mich überwachen. Wie „MyFitnessPal“, in dessen Programm ich jede Mahlzeit festhalten muss. Schon beim Frühstück verbrauche ich die Hälfte der Kalorien, die ich angeblich zu mir nehmen darf und die App schlägt Alarm: „Viel mehr Zucker dürfen Sie nicht mehr zu sich nehmen.“ Kein Wunder, dass die App „Stressmanager“ mir bescheinigt, dass ich keine gute Laune habe und dringend etwas für mein Stresslevel tun müsse. Das weiß sie, weil sie meine Stimme aufgenommen und analysiert hat. Zuverlässig misst auch die App „Sleep Better“, wie ich schlafe. Dazu klicke ich fix an, was ich den Tag über getrieben habe (Stressiger Tag, Spät gegessen, Koffein - keine gute Bilanz) und die App berechnet, wann ich eine leichte Schlafphase haben werde und somit ein Wecken nicht so brutal wird. Klappt natürlich nicht ganz, denn als der Wecker klingelt, kommt mir das schon recht brutal vor.

Trotzdem bescheinigt mir die App 93 Prozent Schlafeffizienz und sagt mir, dass ich zwei Stunden und 43 Minuten fest geschlafen habe. Zusätzlich bewerte ich meinen Schlaf noch, damit ich weiß, dass spätes Essen und Koffein meine Schlafeffizienz hemmen. Weiter geht es dann mit Runtastic, das meine Schritte zählt und Fitbit... Daten, Daten, Daten.

Medizinisch sinnvoll?

Und eine Menge an Selbsterkenntnis, die einen motivieren kann und soll, gesünder zu leben. Motivierend kann das schon sein, aber können Fitnesstrainer und Ärzte diese Daten zu medizinischen Zwecken nutzen? Helfen diese Apps dabei, gesünder zu leben, Krankheiten vorzubeugen oder sogar zu erkennen? Die Antworten gibt es unten.