Gemeinsamer Bürgermeister-Kandidat von CDU und SPD?

Das Rathaus Warstein, gebaut im Jahr 1967, ist dringend sanierungsbedürftig.
Das Rathaus Warstein, gebaut im Jahr 1967, ist dringend sanierungsbedürftig.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Suche nach Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl läuft in den Warsteiner Parteien auf Hochtouren. Während sich bei CDU und SPD ein gemeinsamer Kandidat abzeichnet, wartet die BG auf Manfred Gödde.

Warstein..  Während sich Bürgermeister Manfred Gödde noch Zeit mit der Entscheidung lässt und erst in den kommenden vier Wochen bekannt geben möchte, ob er bei der Wahl im September noch einmal antritt, läuft die Kandidatensuche bei den Warsteiner Parteien auf Hochtouren.

SPD-Vorsitzender Holger Deimer würde es bevorzugen, wenn seine Partei einen eigenen Kandidaten aufstellen würde. „Für die Stadt Warstein ist aber sicher auch ein parteiübergreifender Bewerber nicht uninteressant“, sagte er auf Anfrage der WESTFALENPOST.

Ob es zu einem gemeinsamen Kandidaten etwa mit der CDU kommt, entscheide sich in den kommenden vier bis sechs Wochen. „Wir könnten keinen reinen CDU-Mann unterstützen – ebenso wenig wie sich die CDU wohl einem SPD-Mann anschließen würde“, machte Deimer dabei deutlich.

Keinen Auswärtigen aufstellen

Einen gemeinsamen Kandidaten zu finden, hält CDU-Vorsitzender Wolfgang Schneider für sinnvoll – „für uns und ich denke auch für die SPD.“ Die Suche der Findungskommission, zu der Gregor Dolle, Hans-Martin Weber, Wolfgang Lutterbeck, Hubertus Jesse und Detlev Winkler gehören, dauere an. „Das steht auf der Prioritätenliste ganz weit oben und dann kommt lange nichts“, sagte Schneider. Eine Prognose, ob am Ende tatsächlich ein gemeinsamer Kandidat steht, wagte er noch nicht, ist aber überzeugt: „Es wird von der Person abhängen und weniger vom Parteibuch.“

Einig sind sich die beiden großen Parteien, dass der künftige Bürgermeister aus Warstein oder dem engsten Umfeld stammen müsse. „Die Warsteiner Bevölkerung würde keinen Auswärtigen akzeptieren“, glaubt Holger Deimer und liegt damit auf einer Linie mit seinem CDU-Amtskollegen. Außerdem müsse der Kandidat die Verwaltung „vernünftig führen und leiten“, zugleich aber auch auf Menschen zugehen können, betonte der SPD-Vorsitzende, „man muss auch mal einen Kaffee mit ihm trinken können – oder ein Bier an der Theke.“

Auf Politisches vorbereiten

Gemeinsam mit seinen Stellvertretern Michael Feldmann und Antonia Enste bildet Deimer das Findungsteam der SPD. „Wenn jemand in der engeren Wahl ist, beziehen wir den Fraktionsvorsitz um Gerd Flaig mit ein“, erklärt er das Vorgehen, „damit der Kandidat im Vorfeld weiß, was politisch auf ihn zukommt.“ Am Ende muss eine Mitgliederversammlung den Bewerber bestätigen. „Wenn sich etwas entscheidet“, kündigte Holger Deimer an, „werden wir uns kurzfristig an die Öffentlichkeit wenden.“

Auch die BG wird die Kandidatenfrage wohl frühestens Ende des Monats beantworten. „Wir haben intern natürlich schon gesprochen“, sagte Vorsitzende Elisabeth Wiese, „aber eine Entscheidung ist noch ein Stück entfernt.“

Verzögerung durch Krankheit

Zunächst müsse abgewartet werden, wie sich Manfred Gödde entscheidet. „Durch die Weihnachtszeit und seine Krankheit hat sich das für uns alles ein bisschen verzögert“, erklärte Wiese, „und man hat ja auch beim Neujahrsempfang am Samstag gemerkt, dass er noch nicht wieder der Alte ist.“ In der nächsten Fraktionssitzung wird die Bürgermeisterfrage in jedem Fall ein Thema werden, kündigte die BG-Vorsitzende an.