Gegen Bezirksregierungspläne zur Wehr setzen

Windräder in Altenrüthen Landwirte in Altenrüthen denken über einen weiteren Windpark nach – betroffene Bürger auch, nur anders.

Erste „Claims“ werden im Süden zwischen Sportplatz, Hittental und Hardtberg bereits abgesteckt. Firmen aus Norddeutschland bekunden ihr Interesse am Bau von über 200 Meter hohen Windkraftanlagen.

Für uns, die Anwohner von Steinkerfeld, Rittergraben, Rundweg und Hardtstraße, bedeutet das, dass wir dann im Süden, Westen und Norden von diesen Ungetümen umzingelt sind. Uns wird nicht nur der freie Blick in die uns umgebende Kulturlandschaft verstellt, sondern auch Schall- und Lichtemissionen mindern erheblich die Qualität unseres Wohnumfeldes. Wir sind auch nicht bereit, den durch weitere Windkraftanlagen entstehenden Wertverlust unserer Häuser hinzunehmen.

Geheimniskrämerei hat bei den schon bestehenden Vorrangzonen zu großen Verstimmungen geführt. Die jetzt vom Ortsvorsteher Claus Wiegelmann, gleichzeitig auch Eigentümer eines Teils der angedachten neuen Windparkflächen, zugesagte Transparenz haben wir zur Kenntnis genommen. Eine Aussage über die Folgewirkungen einer solchen Transparenz steht allerdings noch aus. Denn eine Transparenz ohne Handlungsoptionen für alle Beteiligten ist sinnlos.

Die Stadt Rüthen hat sich in ihrer Stellungnahme zum Regionalplan „Energie“ eindeutig gegen einen weiteren Windpark im Süden von Altenrüthen ausgesprochen. Diese Haltung ist folgerichtig und entspricht dem beschlossenen Windkonzept aus dem Jahr 2012, in dem weitere Vorrangzonen und auch die Ausdehnung vorhandener kategorisch ausgeschlossen werden. In ihrer Stellungnahme weist die Stadt mit Nachdruck daraufhin, dass sie mit 36 vorhandenen und neun geplanten Windrädern überdeutlich zur Energiewende beiträgt. Die Stadt wehrt sich dagegen, dass das sorgfältig ausgearbeitete und von der Bezirksregierung genehmigte Windkonzept plötzlich falsch sein soll.

Gut so! Wir erwarten, dass sich alle im Rüthener Rat vertretenen Parteien, wie in anderen Kommunen auch, auch weiterhin vehement gegen die Pläne der Bezirksregierung zur Wehr setzen. Letztlich bedeutet das Vorgehen von Bezirksregierung und Umweltministerium, dass die kommunale Selbstverwaltung und die kommunale Planungshoheit erheblich eingeschränkt, wenn nicht sogar ausgehebelt wird.