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Modernisierung

Gaslaternen werden zur Seltenheit

07.05.2009 | 17:56 Uhr
Gaslaternen werden zur Seltenheit

Straßen in Werl, in denen Gaslaternen nachts für Licht im Dunkeln sorgen, werden mit elektrischen Lampen ausgestattet. Der Planungs- und Bauausschuss wird dies in der nächsten Sitzung beschließen. Für die Installation fallen Gesamtkosten von 260 000 Euro an. Davon tragen Anwohner 141 000 Euro.

Werl. Vielerorts wird Werls Bürgern des Nachts ein neues Licht aufgehen. Im Zuge der Umrüstung der Straßenbeleuchtung werden sich Anwohner an neue Lichtverhältnisse gewöhnen müssen. Der „warme” Laternenschein der Gaslaternen wird in Zukunft zur Rarität.

Nur in der Jägerstraße und bei den Stadtwerken an der Grafenstraße bleibt je eine Gaslaterne bestehen. „Aus historischen Gründen”, wie Michael Jochhade, Netzmeister bei den Stadtwerken erläutert. Ansonsten wird es von Am Kreuzkamp bis zur Tentsbecke künftig mittels elektrischer Leuchten hell.

„Die Gaslaternen haben schlicht ihr Lebensende erreicht”, sagt Jochhade. Die Lampenköpfe seien teilweise bis zu 40 Jahre alt. Die Wartung wurde im Laufe der Jahre kostspielig und immer aufwändiger. „Regelmäßig haben wir die Gastlaternen auf Undichtigkeit untersucht und mussten teilweise sogar Masten austauschen”, erklärt der Netzmeister. Im Unterhalt sei diese Straßenbeleuchtung im Unterhalt zehn Mal teurer als die elektrische Variante.

Nachfolger der Straßenzüge prägenden Laternen werden die Modelle „Tri 9352” und „Tri 9082”, von denen bereits einige im Stadtbild erhellend wirken. Was Wartung und Verbrauch angeht, sind die neuen Lampen laut Stadtwerken wesentlich günstiger. Und zudem weniger störungsanfällig. „Langfristig gesehen ist das wirtschaftlich sinnvoll”, meint Jochhade.

Standardmodelle

Bei zahlreichen Ortsterminen wurde das Für und Wider sowie die Aufstellung der neuen Leuchten erörtert. Dabei wurden auch Wünsche nach anderen Modellen geäußert. Doch in der Typenfrage gibt es keine Alternativen. „Wir versuchen ein einheitliches Bild zu erreichen”, so Jochhade. Bei den aktuellen Leuchten handele es sich um Standardlaternen für Anliegerstraßen. So wenig Leuchtentypen wie möglich seien da wünschenswert. Im Hinblick auf das Ersatzteillager ein Kosten sparendes Vorgehen.

Energiesparer

Gastlaternen (Vordergrund) werden ersetzt durch elektrische Leuchten, wie im Hintergrund zu sehen. Foto: Stefan Rebein

Die elektrischen Lampen funktionieren mit Leuchtstoffröhren. Jeweils zwei davon befinden sich im Laternenkopf. Das birgt Sparpotenzial. „In der Zeit von 21 bis 6 Uhr leuchtet nur eine Röhre, um Energie zu sparen”, erklärt der Netzmeister. Günstiger geht es kaum. Noch. Denn in anderen Städten werden bereits LED-Leuchten getestet. Diese Technik gilt als energieeffizient. Für die Marienstadt zurzeit kein Thema. „Wir warten bis diese Technologie ausgereift ist”, sagt Jochhade. Momentan seien die entsprechenden Laternen in der Anschaffung doppelt so teuer. Ferner müsste innerhalb von 10 Jahren das gesamte Innenleben des Laternkopfes ausgetauscht werden. Bei den elektrischen Modellen hingegen muss alle drei Jahre nur das Leuchtmittel erneuert werden.

Moderne Lampen kommen, die nostalgischen Laternen verschwinden. Trotzdem werden sie nach der Demontage hier und da weiterhin in Werl leuchten. Denn Privatleute entdecken offenbar plötzlich ihre Leidenschaft für die Gaslaternen und stellen sie im heimischen Garten wieder auf.

Beim Bauamt sind die ausrangierten Laternen zum Stückpreis von 20 Euro zu haben. „Jetzt, wo sie knapp werden, werden sie immer begehrter”, sagt Martin Schäfers.

Stefan Rebein

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Kommentare
07.09.2009
22:13
Gaslaternen werden zur Seltenheit
von Manfred Brandt | #2

Meine LED Gaslaterne steht in Soest am Großen Teich. Sie strahlt ein warmes Licht für den Betrachter aus. Und sie braucht nicht 1300Watt an Gas sondern nur 32 Watt Strom. Lieben Gruß

19.05.2009
17:44
Gaslaternen werden zur Seltenheit
von Bettina Grimm | #1

Leider hat man auch in Werl nicht verstanden, dass Gaslicht wertvolles Kulturgut darstellt. Gaslaternen mit ihrem qualitätvollen Licht sind historische Industriezeugnisse. Sie sollten der Nachwelt unbedingt erhalten bleiben, bei einer Stückzahl von weniger als 100 sind Argumente, sie seien zu teuer in der Unterhaltung, überhaupt nicht angebracht. Kultur kostet eben, aber man reißt ja auch nicht einfach Baudenkmäler ab, nur weil sie unterhalten werden müssen. Lasst in Werl ein paar Gaslaternen MIT Gaslicht stehen. Die Bürger werden es zu danken wissen. Wer mehr über Gaslicht und Gaslaternen wissen möchte:
www.progaslicht.de

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