Furcht vor Entwertung des Schutzgebietes

Düsseldorf/Soest..  Kurzfristig hat der Kreis Soest Ende vergangenen Jahres noch die Planung des Windparks Heddinghäuser Haar am Rande des EU-Vogelschutzgebietes Hellwegbörde genehmigt.

Sechs Windkraftanlagen sollen hier ohne vorherige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) entstehen. Dies, obwohl der NABU im Verlauf des Genehmigungsverfahrens auf die massiven artenschutzrechtlichen Probleme aufmerksam gemacht. Der NABU hat deshalb jetzt Klage beim Verwaltungsgericht Arnsberg erhoben.

77 Hektar große Fläche

Das betroffene Areal ist auf drei Seiten vom Vogelschutzgebiet „Hellwegbörde“ umgeben. Die Windkraftanlagen sollen auf einer 77 Hektar großen Fläche entstehen, die als Populationszentrum des vom Aussterben bedrohten Wachtelkönigs in Nordrhein-Westfalen gilt.

Auch ein Leitfaden des Landesumweltministeriums kennzeichnet das Gebiet als Schwerpunktvorkommen des Wachtelkönigs.

„Werden die genehmigten Windkraftanlagen errichtet und betrieben, kommt es dort in jedem Fall zu einem vollständigen Verlassen des Lebensraums einschließlich der dortigen Brutreviere“, so Josef Tumbrinck, NABU-NRW-Vorsitzender.

Entgegen dem Landesauftrag

Dies würde dem Auftrag des Landes, den Erhaltungszustand des Wachtelkönigs zu verbessern, deutlich entgegenstehen. Zudem gibt es im Abstand von weniger als 1500 Metern bedeutsame Rotmilan-Schlafplätze, an denen sich jährlich nach der Brutzeit eine größere Zahl Milane über mehrere Wochen aufhalten. Auch das Tötungsrisiko für weitere Vogelarten würde nicht berücksichtigt.