Für einen Tag wird Klassenzimmer zur Maske

Rüthen..  Jungen, die das Bügeleisen schwingen und mit dem Feudel das Schultreppenhaus feucht durchwischen, gibt es nicht alle Tage in der Maximilian-Kolbe-Schule und der Privaten Sekundarschule. Gestern schon. Schließlich war neben Girls’ Day auch Boys’ Day. Beiden gemeinsam: Sowohl Mädchen, als auch Jungen sollen ihnen unbekannte (Berufs-)Welten entdecken. Und so hatten die Putzfrauen gestern frei.

Aufgabe je nach Jahrgangsstufe

Ein großer Teil der 350 Schülerinnen und Schüler beider Schulen schwärmte aus. Die Achter und Neuner hatten sich für diesen Schnuppertag individuell einen Praktikumsplatz in einem Betrieb gesucht. Die Siebener erkundeten in Gruppen ortsnahe Betriebe. Nur für den Jahrgang 10 herrschte (fast) normaler Schulbetrieb: Sie schrieben als Vorbereitung auf die zentralen Prüfungen eine Probeklausur in Mathematik.

Teile der Jahrgänge 5 und 6 aber erlebten ihre Klassenräume einmal ganz anders – und lernten wirklich Berufsfelder kennen, die gemeinhin eher mit dem anderen Geschlecht in Verbindung gebracht werden. Maskenbildner ist so ein Fall. Typisch weiblich? Das war einmal. „Dieser Beruf ist auch für Jungen immer mehr im Kommen“, weiß Lehrerin Carolin Spanke, die gemeinsam mit ihrer Kollegin Kim Obendorf den Jungs die Tricks und Kniffe des professionellen Schminkens, bei der Grundierung angefangen, vermittelte. Wie aus der Pistole geschossen stellten die begeisterten Schüler fest: „Wir sind in der Maske, nicht in der Klasse.“ Mindestens einer von ihnen erwies sich als echtes Naturtalent. Wer weiß, vielleicht hat Sam ja schon seinen zukünftigen Beruf gefunden?

Lehrreiche Zaubertricks

Ob Zauberer da das Richtige ist, bleibt fraglich. Christoph Sgorzaly jedenfalls betreibt die Zauberei zwar schon 36 Jahre, aber nebenberuflich. In der Hauptsache tätig ist er in der Berufseinstiegsbegleitung für Schüler in Rüthen, Warstein und Soest im Dienst der Stiftung Bildung und Handwerk. Beim Zaubern mit Möbiusband oder Klatterschlange flossen sogar Aspekte aus Physik und Mathematik in die magischen Welten ein.

Tüchtig ins Zeug legte sich eine Mädchengruppe. Sie trat ebenso kräftig wie erfolglos in die Pedale. Die Tasse mit Wasser, die durch den so erzeugten Strom heiß werden sollte, blieb lauwarm. Die Mädchen auf diese Weise für das Energiesparen im Dienst des Klimaschutzes sensibilisieren wollte Annette Herbst-Köller: „Man muss hier zehn Stunden strampeln, um eine Kilowattstunde zu erzeugen.“