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Früh aufgeklärt, aber unsicher in vielem

18.02.2010 | 18:30 Uhr
Früh aufgeklärt, aber unsicher in vielem

Rüthen. Es ging auch um ein angemessenes Sozialverhalten und ein gutes Schulklima — vor allem aber um Anregungen für jeden Einzelnen, seinen Weg zu finden. Dafür öffneten sich am Friedrich-Spee-Gymnasium wieder die „Mädchen-” und die „Jungenwelten”.

50 Mädchen des Rüthener Gymnasiums nahmen an dem Projekt Mädchenwelten teil. Weil es mit so vielen jungen Damen im „Treff” aber zu eng geworden wäre, war die Gruppe ins Pfarrheim ausgewichen. „Dass wir diese Möglichkeit bekommen haben, hat uns gefreut”, sagte Silvia Schomacher, Mitarbeiterin im „Treff”.

Mädchenwelten...

Statt im Unterricht zu sitzen, beschäftigten sich die 14- bis 16-Jährigen drei Tage lang mit Themen wie Sexualität, Liebe, Partnerschaft oder der Lebenswegplanung. Themen, die unter Mädchen natürlich viel besser besprochen werden können, als wenn Jungen dabei wären. In kleinen Gruppen hatten sich die Neuntklässlerinnen gefragt, wo sie sich in 15 Jahren sehen, welche Fähigkeiten sie haben. Das Thema „Liebe, Sexualität und Partnerschaft” haben die Jugendlichen mit zwei Mitarbeiterinnen der AWO Schwangerschafts- und Konfliktberatung Lippstadt, Gabi Pokraka und Sefi Pieschl, erarbeitet.

Den Mädchen zur Seite gestanden haben außerdem Sabine Schleef, Silvia Schomacher und Miriam Alke vom „Treff” sowie die drei Lehrerinnen Iris Hölscher-Wolf, Antje Möllmann und Judith Selzer. Spielerisch hatten sich die Schülerinnen weiterhin mit Fragen zur Verhütung, zur Schwangerschaft, zum Geschlechtsverkehr usw. auseinandergesetzt. So musste zum Beispiel ein Parcours mit Fragen und Aufgaben gemeistert werden. Das Thema wurde dabei auch lustig besprochen, eine Aufgabe war zum Beispiel: Mache deiner Nachbarin einen Heiratsantrag.

„Für Mädchen in dem Alter ist Sexualität ein Thema, sie arbeiten sehr gut mit”, so Silvia Schomacher: „Heutzutage sind Mädchen zwar früher aufgeklärt - zumindest glauben sie das, aber viele Details wissen sie eben noch nicht.”

...und Jungenwelten

Geschlechtsspezifische Förderung bedeutet am Gymnasium aber auch eine akzentuierte Jungenförderung. Jungen sind heute besonders gefordert, wenn sie ihr Selbstbild im Spannungsfeld zwischen Realität und Rollenerwartungen entwickeln müssen: Welche Rollenerwartungen gibt es eigentlich? Kann und will ich ihnen gerecht werden?

Unter Leitung des Psychologen Holger Rick und Christian Welzel (von der Beratungsstelle für Eltern, Jugendliche und Kinder in Warstein), Burkhard Pukrop sowie den Lehrern Stephan Wiedemann, Albert Schröder und Christian Neuhaus wurden brisante Themen angesprochen und neue Erfahrungen ermöglicht.

So stand bei den Jungen zunächst die Frage nach dem idealen Mann im Zentrum der Auseinandersetzung. Unterschiedliche Männerbilder wurden gegenwartsbezogen entwickelt und reflektiert — etwa, welches Männerbild noch die Großeltern hatten. Freundschaft mit Vertrauen und Verantwortung, aber auch Ablehnungserfahrungen und Mobbing bildeten die Schwerpunke des zweiten Tages. Im praktischen Teil wurden Vertrauensübungen durchgeführt. Am dritten Tag standen Lebensplanung und Sexualität im Mittelpunkt.

Laura Mock

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