Friedliche Demonstration für bessere Milchpreise
13.10.2009 | 12:43 Uhr 2009-10-13T12:43:00+0200
Paderborn. Sind 75 Bauern, die gegen die ihrer Meinung nach ungerechten Preise für Milch und die Milchpolitik als Ganzes protestieren, viel? Markus Rustige ist mit der Premiere der „Montagsdemo” jedenfalls zufrieden. Auch aus dem HSK und dem Kreis Soest waren Bauern dabei.
Kreisteams des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter aus dem Erzbistum Paderborn hatten Landwirte und Verbraucher aufgerufen, am Montag Abend nach Paderborn zu kommen. In Anlehnung an die Montagsdemonstrationen vor genau 20 Jahren in Leipzig, machen sich die Bauern jetzt auf diesem Wege stark für gerechte Preise. Eine ähnliche Aktion startete an diesem Tag übrigens auch in Köln.
Verbraucher stehen hinter Bauern
Markus Rustige (Anröchte), Leiter des Kreisteams Soest, freut sich, dass auch einige Verbraucher trotz der Dunkelheit auf die Domplatte gekommen waren, um sich mit den Landwirten zu solidarisieren: „Sie fanden die Aktion richtig, stehen hinter den Bauern.” Insbesondere fanden sie es positiv, dass die Landwirte keine Steuergelder forderten, sondern regulierende Maßnahmen, die den Milchpreis wieder nach oben bringen sollen. Das war auch auf den Transparenten zu lesen, die die Demonstranten mit sich führten.
Rustige hofft, dass die Aktion auch beim Bauernverband, der Milch verarbeitenden Industrie und dem Großhandel ankommt. „Wir gehen bewusst nicht auf Konfrontationskurs”, betont der Milchviehhalter-Sprecher.
Gottesdienst
Begonnen hatte der Abend leicht verspätet (schließlich mussten zunächst die Tiere versorgt werden und die Anreise, etwa aus dem Sauerland, erfordert auch seine Zeit) mit einem ökumenischen Wortgottesdienst, gehalten von Daniel Robbert, Diözesanpräses der Landjugend und aus Ense stammend. Er bezeichnete die Aktion als „kleines, aber wichtiges Zeichen”.
Er rückte auch das Bild zurecht, das entstanden war, als Landwirte im Protest Milch weggeschüttet hatten. Es handele sich um „eine Verzweiflungstat, keine billige Verschwendung”. Schon Jesus rufe auf zu Gerechtigkeit; hier gehe es ebenfalls um einen Kampf um Fairness und Gerechtigkeit. „Stehen Sie weiter in Solidarität zusammen”, forderte er.
Das haben die Landwirte auch vor: Die „Montagsdemonstrationen” soll künftig wöchentlich stattfinden — in der kommenden Woche sicher mit mehr Resonanz, denn dann findet in Paderborn die Herbstlibori statt.
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