Freiheit schätzen

Als ich auf dem Gelände des KZ Buchenwald stand, hatte ich immer ein unwohles Gefühl in mir. An einem Schauplatz der NS-Zeit zu sein brachte mich noch näher an die Geschichte und vor allen Dingen an die Geschehnisse dieses Ortes heran.


Ich dachte sehr viel über die Zeit, die Ereignisse und die Menschen dort nach. Und ich war immer so ergriffen davon, wie grausam Menschen wirklich sein können. Es ist unvorstellbar, dass man eine bestimmte Gruppe von Menschen ausschließt und sogar einsperrt und umbringt, nur weil sie einer speziellen ethnischen Gruppe angehören oder an einen anderen Gott glauben, einen gleichgeschlechtlichen Menschen lieben oder behindert sind.


Oft vergisst man dabei, dass diese Zeit und dieser Irrglaube, man sei etwas Besseres, noch nicht sehr weit zurück liegt. Vor 70 Jahren waren die Menschen nicht primitiver oder ungebildeter als wir! Sie waren auf dem gleichen „Level“, wie wir es heute sind. Dort im KZ zu sein, machte mir dies noch einmal deutlich.


Außerdem führte mir diese Fahrt vor Augen, dass Dinge wie Freiheit, Gleichberechtigung oder Frieden keine Selbstverständlichkeit sind. Diese Dinge sind reiner Luxus! Noch heute gibt es Menschen, die es nicht einmal wagen, an Freiheit, Demokratie oder ähnliches zu glauben. Und deshalb appelliere ich an jeden, dass man diese Gegenwart mehr schätzen soll! Man soll sich zwischendurch klarmachen, dass diese Realität hier in Deutschland und Europa ein großes Geschenk ist!