Frauen mit bunter Narretei glücklich machen

Ausgelassen gefeiert wurde an Weiberfastnacht in der Stadthalle Rüthen; die rund 300 Frauen in der Halle erwartete ein kurzweiliges Programm mit Show, Tanz und Comedy.
Ausgelassen gefeiert wurde an Weiberfastnacht in der Stadthalle Rüthen; die rund 300 Frauen in der Halle erwartete ein kurzweiliges Programm mit Show, Tanz und Comedy.
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Mit einem abwechslungsreichen Programm, das alles bot, was die Herzen der Karnevalsfreunde höher schlagen lässt, meldete sich die Weiberfastnacht in der Stadthalle Rüthen nach fünf abstinenten Jahren zurück.

Rüthen..  Mit einem abwechslungsreichen Programm, das alles bot, was die Herzen der Karnevalsfreunde höher schlagen lässt, meldete sich die Weiberfastnacht in der Stadthalle Rüthen nach fünf abstinenten Jahren zurück. Möglich gemacht hatte dies Mark Wiegelmann, der mit seinem Eventteam die legendäre Fastnachtsfete wiederbelebt hat – allerdings zum Auftakt in der kleinen Halle. Rund 300 närrische Weiber kamen.

„Das ist eine wunderbare Stimmung hier, ich bin froh, dass die Weiberfastnacht so gut angenommen wurde“, freute sich Wiegelmann beim Anblick der ausgelassen feiernden Frauen. Ein fast dreistündiges Programm wurde diesen an diesem Abend geboten.

Nächstes Jahr die große Halle

„Es war mir wichtig, dass die Mischung stimmt. Es sollte ein vielfältiges Programm werden mit Sketchen, Tänzen, Comedy und einem Zauberer – und dabei sollte es natürlich jede Menge zum Lachen geben“, führte Wiegelmann aus. „Für mich ist es eine super Veranstaltung – und wenn die Frauen glücklich sind...“ Noch mehr närrische Weiber möchte er im kommenden Jahr in der großen Halle unterhalten.

Denen wurde von DJ Käpt’n Käse, der das Programm moderierte, ordentlich eingeheizt. Kaum passender als mit der Jugendgarde der KG Rüthen hätte man das Programm eröffnen können, führte sie ihren Gardetanz doch zu „Verdammt lang her“ auf – und verdammt lang war schließlich die Weiberkarneval-freie Durststrecke, nachdem die kfd das Ende einer närrischen Ära eingeläutet hatte.

Schlag auf Schlag ging es weiter. Sketche wechselten mit Garde- und Schautänzen, Büttenreden mit Comedy und Zauberei. Als zwei alte Herren im Park hatten Gerlinde Winkler und Elvira Segbers die Lacher auf ihrer Seite, entpuppte sich doch das plötzliche Zucken in der Hose beim Anblick schöner Mädchen („Vielleicht bin ich ein Naturwunder?“) als neues Pillendöschen mit Vibrationsalarm.

Opernkonzert am Ballermann

Gleich zwei Mal durfte das dynamische Duo sein karnevalistisches Können an diesem Abend unter Beweis stellen, entführte die närrischen Frauen als Montserrat Caballè und Luciano Pavarotti in eine ganz besondere Oper. Ballermann-Hits wurden da stimmgewaltig zu einem echten Hör-Genuss. Die blasierten Mienen der beiden Künstler trugen ihren Teil zum gelungenen Auftritt bei.

Eine Büttenrede präsentierte der Rüthener Esel, in dessen Fell dieses Mal nicht Karsten Krebsbach, sondern eine weibliche Frohnatur steckte. Sie philosophierte über den flotten Dreier, hinter dem sich ganz brav eine Skatrunde verbarg, und die zusammengelegten Schützenfeste: „Bürger- und Jungschützen – bald tragen alle die gleichen Mützen“, war sich der Esel beim Blick in die Kristallkugel sicher.

Eine solche hatte Zauberer David Wedegärtner nicht dabei, dafür aber allerhand Tricks mit Tüchern und Spielkarten im Gepäck. Auch eine Kerze ließ der smarte Paderborner zur Freude des Publikums ebenso verschwinden wie sein Oberhemd – nur schade, dass er darunter noch ein Superman-T-Shirt trug.

Ordentlich eingeheizt wurde den Damen auch von Hausmeister Paslowski, alias Entertainer Carsten Risse, der ordentlich über die Stadtverwaltung der Nachbarstadt Warstein ablästerte. So habe er beispielsweise dem Bürgermeister gleich gesagt, dass der Vater des auf den Rathausstufen gefundenen Babys sicher nicht in der Verwaltung arbeite: „Da ist schließlich noch nie was mit Lust und Liebe erledigt worden.“ So seien in der Warsteiner Stadtverwaltung selbst die Papiertaschentücher verboten worden: „Da steht Tempo drauf.“

Nicht nur gelästert wurde vom närrischen Hausmeister, sondern auch mit zwei Assistentinnen aus dem Publikum gezaubert. Und das immer mit viel Spaß, ganz nach Risses Motto „Lieber künstlich heiter als natürlich trüb“.

Aufgelockert wurde das Programm durch Schau- und Gardetänze der KG Rüthen und des befreundeten KCK. Die Kallenhardter Seniorengarde tanzte in Schwarz-Weiß eine spannende Schachpartie, die Junioren zeigten ihren Gardetanz und außerdem hatte man die beiden Solo-Mariechen Lea Müller und Alicia Risse mitgebracht.

Während sich die Kindergarde der KG Rüthen eher einem ernsten Thema widmete, ließ die Jugendgarde ausgelassen die Puppen tanzen und die Senioren zeigten sich als echte Nachteulen, die die Nacht zum Tag machten – so wie die feiernden Frauen anschließend auch.