Frauen erzählen von glücklichen Stunden

Christa Mertens und Diözesanpräses Roland Schmitz geben zum 150-jährigen Bestehen der kfd im Erzbistum Paderborn ein Buch heraus. Unter dem Titelm "Happy Hour" erzählen 80 Frauen, was für sie Glück ausmacht.
Christa Mertens und Diözesanpräses Roland Schmitz geben zum 150-jährigen Bestehen der kfd im Erzbistum Paderborn ein Buch heraus. Unter dem Titelm "Happy Hour" erzählen 80 Frauen, was für sie Glück ausmacht.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Happy Hour“ heißt das Buch, das anlässlich des 100-jährigen Bestens des kfd-Diözesanverbandes entstanden ist. Maßgeblich daran mitgearbeitet hat neben Präses Roland Schmitz die Rüthenerin Christa Mertens.

Rüthen..  Ein Jubiläum wie 100 Jahre Katholische Frauengemeinschaft im Erzbistum Paderborn schreit doch geradezu nach einer Chronik. Nach einem Buch, in dem aufgezählt wird, was sich in diesen vielen Jahren im Verband alles ereignet hat. Der kfd-Diözesanverband, der 2015 sein 100-jähriges Bestehen feiert, hat einen anderen Weg gesucht – und gefunden. Die Rüthenerin Christa Mertens hat wesentlich daran mitgewirkt.

Persönliche Erfahrungen mit Gott

Entstanden ist ein Buch, herausgegeben von ihr als Geistlicher Begleitung des kfd-Diözesanverbandes, und Diözesanpräses Roland Schmitz, das zwar auch besondere Höhepunkte in den Fokus rückt, doch auf ganz andere Art. Es handelt sich um sehr persönliche Erfahrungen im Leben der rund 80 Autorinnen. So viele Frauen aus dem ganzen Erzbistum haben daran mitgearbeitet und aufgeschrieben, wann und wie sie ihre „Happy Hour“, so der moderne Titel des Buches, erlebten und erleben. Der Untertitel lautet „Frauen erleben Gott“. Es geht um glückliche, auf jeden Fall besondere Stunden, in denen sie Gott im Alltag erlebt haben, wie ihr Glaube und ihre Hoffnung ihr Leben geprägt haben und wie sie sich dadurch gestärkt fühlen.

„Das Buch ist eine Idee, die schon länger bei mir war“, sagt Christa Mertens, Gemeindereferentin im Pastoralverbund Rüthen und unter anderem in kfd und Caritas engagiert. „Das ist so genial, das müssen wir im Kopf behalten“, habe sie sich gesagt, als sie eines ähnlichen Projekt in einem anderen deutschen Bistum gewahr wurde. Im vergangenen Frühjahr habe es auf Ebene des Diözesanvorstandes erste Gespräche darüber gegeben, bis zur Umsetzung habe es schließlich ein halbes Jahr gedauert.

Großes Ganzes aus vielen Ideen

Mitgewirkt hat an der Entwicklung der Idee ein großer Teil von Frauen, die sich unter anderem bei der Gestaltung von Gottesdiensten oder Wallfahrten einbringt. „Wir haben uns gesagt, machen wir aus vielen Ideen ein großes Ganzes und binden einen bunten Blumenstrauß“, beschreibt Christa Mertens die Projektphase. Angeschrieben und um ihre schriftlich niedergelegten Erfahrungen über die Begegnung mit Gott im Alltag gebeten wurden anschließend alle Vorstandsfrauen und alle geistlichen Begleiterinnen auf Bezirksebene. „Jede hat einen anderen Fokus, jede ist für sich ausgestattete mit besonderen Charismen, jede begegnet Gott auf andere Weise“, nennt Christa Mertens den Grund für eine Vielfalt, die sich auch in dem Buch widerspiegeln sollte – was erkennbar auch gelungen ist. Ganz bewusst wählten Christa Mertens und Roland Schmitz den Titel „Happy Hour“ aus der gastronomischen Alltagssprache für ein religiöses Buch, denn immer wieder erleben die Frauen genau das in ihrem großen Verband. Dieser ist mit 115 000 Mitgliedern der größte von Erwachsenen im Erzbistum.

Entstanden ist ein Frauenbuch, in dem bis auf das Vorwort, das Christa Mertens und Roland Schmitz gemeinsam verfasst haben, ausschließlich Frauen zu Wort kommen. Damit ist es quasi der zeitgemäße Gegenentwurf zur Gründung des kfd-Diözesanverbandes vor 100 Jahren. Dieser ging auf Initiative des Bischofs zurück unter der Fragestellung „Was können wir für Frauen machen“, berichtet die Rüthenerin. Längst sei der Verband anders aufgestellt, das Buch zeuge von dem Wandlungsprozess.

Aus der Region zu dem knapp 120-seitigen Buch beigetragen hat unter anderem Martina Schulte-Lennert aus Oestereiden, Vorsitzende des kfd-Bezirkes Rüthen-Warstein. Unter dem Titel „Warum ich glaube“ (Seite 76) berichtet sie von dem Wissen, in allen – auch schweren – Situationen Gott an ihrer Seite zu wissen. Ähnlich ergeht es Doris Kühlenborg aus Belecke, 2. Vorsitzende des kfd-Bezirks. „In meinem Dasein bin ich nie allein – selbst wenn ich alleine bin“, schreibt sie (Seite 68). Gott sei als Ansprechpartner immer an ihrer Seite. Mehrere Beiträge steuert auch Christa Mertens selbst bei. Unter anderem schreibt sie ihre Gedanken bei der Begegnung der Samariterin am Jakobsbrunnen mit Jesus nieder – dargestellt auf einem Meditationsbild auf ihrem Schreibtisch.

Lesenswert für alle Frauen, aber auch Männer, findet sie das Buch. „Text für Text kann Anregung sein“, sagt sie. Geeignet seien sie auch für Einstiege in Gottesdienste oder Meditationen. Bezeichnend ist eine erste Reaktion einer Frau auf Facebook: Sie teilt mit, sie habe das Buch „in einem Rutsch durchgelesen“. Und es habe ihr „viel gebracht“.