Förderprogramm „IKEK“ soll 2017 in Warstein starten

Was können die einzelnen Dörfer – hier Waldhausen –  zu einem Leitbild für die Gesamtstadt beitragen? Diese Frage soll bei der Erarbeitung des integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes geklärt werden.
Was können die einzelnen Dörfer – hier Waldhausen – zu einem Leitbild für die Gesamtstadt beitragen? Diese Frage soll bei der Erarbeitung des integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes geklärt werden.
Foto: Hans Blossey
  • Verwaltung möchte bisherige Maßnahmen zur Stadtentwicklung bündeln
  • Dörfer und ihre Rolle für die Gesamtstadt stehen im Fokus
  • Verzahnung mit LEADER und anderen Förderprogrammen möglich

Warstein..  Zugegeben, es könnte ein bisschen nach Planungswut klingen, wenn man hört, was die Stadtverwaltung im kommenden Jahr vorhat: Sie möchte ein „Integriertes kommunales Entwicklungskonzept“, kurz „IKEK“, aufstellen. Das Ziel: die Erarbeitung einer Gesamtstrategie für die zukünftige Entwicklung Warsteins und seiner Ortsteile. Und ja, es scheint trotz zahlreicher bereits laufender Konzepte, Ideenwerkstätten und Programme sinnvoll, genau dieses Konzept auch noch aufzustellen.

„Dieses Förderprogramm bietet Schnittmengen zu anderen Förderprogrammen, die bei uns im Stadtgebiet teilweise schon laufen. Bei IKEK können wir nun schauen, wo es Sinn macht, diese zu verzahnen, um die bestmöglichen Ergebnisse und die höchste Förderung herauszuholen“, schildert Kämmerer Stefan Redder gegenüber der WP seine Gründe für ein klares „Ja“ zu IKEK.

Angesichts der Vielzahl an Konzepten, die Warstein mittlerweile schon aufgestellt hat, um Fördermittel für die verschiedensten Anliegen zu bekommen, kann Redder nachvollziehen, dass viele Bürger womöglich erstmal ablehnend auf IKEK reagieren: „Nicht noch ein Konzept, das irgendwo in der Schublade verschwindet – das mögen vielleicht viele denken. Aber: Wenn man in der Stadtentwicklung kein Konzept hat, dann gibt es heute keine Fördermittel mehr. Die Zeiten haben sich da stark gewandelt“, so der Kämmerer.

Als der Mann, der für die Stadt aufs Geld schauen muss, freut er sich natürlich über jede Fördermöglichkeit, sagt aber auch: „Förderung ist niemals Selbstzweck. Nur, weil etwas gefördert wird, muss man es nicht gleich machen. Bei IKEK macht es für uns aber Sinn, denn wir haben Probleme mit unserer Stadtentwicklung und wir können alle Maßnahmen dazu mit diesem Konzept bündeln und sinnvoll zusammenführen.“

Rolle der Ortsteile beleuchten

Was genau wird bei IKEK passieren? Stadtplaner Meinolf Kreggenwinkel, in dessen Fachbereich das Konzept angesiedelt sein wird, erklärt: „Im Kern kann man sagen, dass wir daran gehen werden, die Rolle der einzelnen Ortsteile für die Gesamtstadt konzeptionell aufzustellen.“ Konkret gehe es dabei darum, was welcher Ortsteil für die Gesamtstadt bedeute und welche Besonderheit für das kommunale Gesamtbild relevant sei – ein Thema, das Bürgermeister Thomas Schöne bereits Anfang des Jahres auf dem WP-Salon angesprochen hatte.

Kommunales Leitbild entwickeln

In den inhaltlichen Anforderungen, die die Bezirksregierung Arnsberg als zuständige Behörde für das Förderprogramm zusammengestellt hat, ist in diesem Zusammenhang die Rede von der „Entwicklung eines gesamtkommunalen Leitbildes“. Für jeden Ortsteil müssen dazu Fördergebiete abgegrenzt werden. „Das können beispielsweise Baugebiete aus den 1970er und 1980er-Jahren sein: Wie bekommt man diese wieder attraktiv?“, nennt Kreggenwinkel ein Beispiel. Ausdrücklich nicht Ziel von IKEK sei es, Projekte wie beispielsweise die Planungen in der Kernstadt Warstein „doppelt“ zu fördern. „Es geht hier um das Zusammenwachsen aller Ortsteile einer Kommune“, betont Kreggenwinkel, „für die Dörfer ist im Grunde seit Beginn der 1990er-Jahre nichts mehr getan worden.“

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