Flughafen Paderborn will mit Gewinnspiel aus den Miesen

Blick aus der Vogelperspektive auf den Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden.
Blick aus der Vogelperspektive auf den Flughafen Paderborn-Lippstadt in Büren-Ahden.
Foto: wp
Was wir bereits wissen
Der Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt will seine Passagierzahlen aufbessern – mit einer ungewöhnlichen Werbeaktion.

Büren-Ahden.. Im harten Wettbewerb um Fluggäste und damit um möglichst steigende Passagierzahlen und Einnahmen geht der Airport Paderborn-Lippstadt ungewöhnliche Wege. Der Slogan der aktuellen Werbekampagne: „Wir zahlen ihre nächste Urlaubsreise.“ Das hat so noch kein Regionalflughafen angeboten.

Es ist ein Gewinnspiel, das die Flughafen-Gesellschaft aufgelegt hat. Der Inhalt: Reisende, die im Zeitraum vom 21. Februar bis 1. März 2015 vom Flughafen Paderborn-Lippstadt starten, können mit ihrer Buchungsbestätigung an der Auslosung teilnehmen.

Das Motto dazu: „Sie fliegen, wir zahlen.“ Insgesamt sind Preisgelder in Höhe von 10.000 Euro ausgelobt; der 1. Preis beträgt 3000 Euro. „Für eine Familie, die in Urlaub fliegt und gewinnt, ist das doch schon eine ordentliche Summe“, ordnet Carolin Rustemeier, Sprecherin des Regionalflughafens, die Summe ein.

Minus in der Flughafen-Bilanz

Mit Beilagen in Tageszeitungen, im Internet und auf Facebook und natürlich durch Auslagen im Terminal bewirbt der Flughafen seine Aktion, von der er sich „zusätzliche Buchungen erhofft“.

Flughafen-Sprecherin Rustemeier nennt das Gewinnspiel „einen Probelauf“; zu konkreten Erwartungen und Effekten mochte sie sich nicht äußern. Klar ist aber: Der Regionalflughafen will die positive Entwicklung aus dem 2. Halbjahr 2014 unbedingt fortsetzen.

Hintergrund: Der Regionalflughafen macht im operativen Geschäft ein leichtes Plus; Abschreibungen, etwa aus der Sanierung der Start- und Landebahn im Jahr 2013, sorgen aber für ein Minus in der Bilanz. Erst im November hatte die Flughafen-Gesellschaft daher ihre Anteilseigner um eine Erhöhung der Verlustübernahmegrenze von 1,25 auf 2,5 Millionen Euro gebeten: sozusagen die Bitte um eine Verdoppelung des Überziehungsrahmens.

Das Jahresergebnis 2013 hatte nämlich am Ende ein Minus von 1,9 Millionen Euro ausgewiesen. Die Flughafen-Gesellschaft verwies dabei auf die Mitbewerber in Dortmund und Münster/Osnabrück, die mit 18 bzw. zehn Millionen Euro Verlust deutlich schlechtere Zahlen vorzuweisen hätten.

Trendwende herbeiführen

Den kommunalen Anteilseigner des Flughafens Paderborn-Lippstadt, darunter der Hochsauerlandkreis (3,92 Prozent) und der Kreis Soest (12,26 %), nutzt der Verweis auf die schlechteren Bilanzen der anderen Regionalflughäfen wenig: Sie müssen selber das Geld zusammenhalten.

Da hilft nur ein dicker Zuwachs bei den Passagierzahlen. Die waren 2014 allerdings rückläufig: von 795 000 auf 764 000, was ein Minus von 3,9 Prozent ergibt. Mit seinem Gewinnspiel will die Flughafen-Gesellschaft jetzt zeitig im Jahr an der Trendwende arbeiten.