Flüchtlinge nutzen gerne Angebote von Asyl-Kreis

Fünftes Treffen: Die vom Arbeitskreis Asyl organisierten Aktivitäten stoßen bei den Flüchtlingen im Haus Maria vom Stein auf große Resonanz.
Fünftes Treffen: Die vom Arbeitskreis Asyl organisierten Aktivitäten stoßen bei den Flüchtlingen im Haus Maria vom Stein auf große Resonanz.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Der Rüthener Arbeitskreis Asyl bietet Sprachunterricht, Sport und Basteln für Kinder an. Die Bewohner des Flüchtlingsheims nutzen diese Angebote gerne.

Rüthen..  Die Bilanz des Rüthener Arbeitskreises Asyl ist positiv: Viele Flüchtlinge, ob Kinder oder Erwachsene, nehmen gerne und mit Freude die Freizeitangebote an. Nachdem die Arbeitsgruppe im Oktober 2014 ins Leben gerufen worden war, trafen sich die Mitglieder jetzt zu ihrer fünften Sitzung.

Über das große Interesse war Vorsitzender Bernd Vorderwisch erfreut. „Ich bedanke mich für alles was Sie tun. Es ist eine starke und ermutigende Erfahrung zu sehen, wie Sie sich mit Freude ehrenamtlich betätigen“, betonte er. Auch Udo Schröder-Hörster vom Regionalvorstand der Johanniter schloss sich dieser Meinung an. In einem kurzen Rückblick ließ er die vergangenen Veranstaltungen Revue passieren. Vor allem stellte er die große Unterstützung der Caritas-Mitglieder heraus, die für die Kleiderkammer zuständig sind.

Auch im Namen Christoph Strässers, Beauftragter für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe des Auswärtigen Amtes, bedankte sich Schröder-Hörster. Der Bundestagsabgeordnete hatte ihm gegenüber besonders das bürgerschaftliche Engagement der Rüthener Bevölkerung gewürdigt (siehe Zweittext). Dazu zählen beispielsweise eine Bastelgruppe für die Flüchtlingskinder, ein Deutschkursus für Erwachsene und Kinder sowie eine Sportgruppe. Auch das Kinder- und Jugendzentrum öffnet seine Türen zum „Jugendtreff der Kulturen“ (wir berichteten).

Das Basteln für die Flüchtlingskinder wird sehr gut angenommen. Die Resonanz der Organisatorinnen: „Es macht Freude, den Kindern Zeit zu schenken und sie für ein paar Stunden abzulenken.“ Martina Straßburg und Martina Hüske suchen für dieses Angebot weitere Helfer. Eine ebenfalls positive Bilanz zog der TSV Rüthen. Nach Anfangsschwierigkeiten wegen der Sporthallenbelegung bietet der Sportverein zurzeit einmal die Woche Fußball oder Volleyball an. Dafür wurden Volleybälle und ein Netz angeschafft.

Auch der Kursus „Einführung in die deutsche Sprache“ ist sehr beliebt. Bis zu 60 Flüchtlinge, Erwachsene wie Kinder, nahmen in den letzten Wochen an den Unterrichtsstunden teil, die ein Rüthener Ehepaar gibt. Trotz einiger Verständigungsprobleme zeigten die Flüchtlinge großes Interesse an der deutschen Sprache. Das Ehepaar wird von englischsprachigen Flüchtlingen unterstützt, die deutsche Wörter auch ins Französische oder Arabische übersetzten. Die Stadtverwaltung hilft mit Fotokopien und Unterrichtsmaterialien.

Räume knapp durch Babyboom

Für das geplante Internet- und Billard-Café im Haus Maria vom Stein konnte Udo Schröder-Hörster bereits erste Sponsoren finden. „Aufgrund von Raumproblemen sollen die Kellerräume des ehemaligen Schwesternhauses ausgebaut und eingerichtet werden“, erklärte Schröder-Hörster. „Zeitweise war die Unterkunft randvoll besetzt. Zudem gab es einen Babyboom, der dazu führt, dass jeder Raum benötigt wird“, ergänzte er. Am Dienstag wurden einige Flüchtlinge aus Rüthen auf andere Kommunen verteilt.

Bereits am Mittwoch aber kam ein Bus mit neuen Asylsuchenden an. Im Gegensatz zum letzten Quartal 2014, wo die Verweildauer in Rüthen etwa zwei Monate betrug, hat sich die Durchlaufzeit jetzt auf 15 bis 30 Tage reduziert. „Zurzeit haben die aufnehmenden Kommunen Probleme, geeignete Wohnungen zur Verfügung zu stellen“, so Schröder-Hörster. Bürgermeister Peter Weiken betonte, dass die Stadt Rüthen aufgrund der Erstunterkunft nicht verpflichtet sei, Flüchtlinge aufzunehmen. Dennoch würden etwa in Kallenhardt welche untergebracht.

„Unsere Aufgabe ist es, positiv für die Asylsuchenden zu sprechen“, appellierte Bernd Vorderwisch an die Mitglieder des Arbeitskreises. Daher möchte der pensionierte Pfarrer auch die Rüthener im Rahmen einer Diskussionsrunde einbeziehen.