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Sparkasse Lippstadt

Finanzkrise ist anderswo - aber nicht hier

11.02.2009 | 20:00 Uhr

Sparkasse vermeldet glänzende Zahlen nach ihrer Fusion

Hochzufrieden mit den Bilanzabschlüssen: Der Vorstand der Sparkasse Lippstadt, von links, mit Heinz Kissler, Vorsitzendem Jürgen Riepe und Matthias Klinkott. Foto: Jürgen Kortmann

Warstein / Rüthen / Lippstadt. Kerngesund startet die neue Sparkasse Lippstadt in ihr erstes Jahr. Nach der Fusion von Stadtsparkasse Lippstadt und der Sparkasse Warstein-Rüthen zog der Vorstand heute eine erste wirtschaftliche Bilanz — und die hat es in sich: Anders als andere Banken geht die neue Sparkasse sogar gestärkt aus dem Jahr 2008 heraus.

Die Bilanzsumme liegt bei 1,2 Milliarden Euro, dazu trägt Lippstadt 770 Millionen bei (plus 3 Prozent), Warstein-Rüthen 418 Millionen Euro (plus 1,7 Prozent). Samt Kundengeschäftsvolumen liegt die Summe bei 1,7 Milliarden Euro. Nach Steuern bleibt ein Gewinn von 495 000 Euro. Riepe sieht für dieses Jahr ein „moderates Wachstum” voraus — aber angesichts der Finanzkrise auch Probleme für „den ein oder anderen Kreditnehmer”, so Vorstandsvorsitzender Jürgen Riepe. 

Die alte Sparkasse Warstein-Rüthen beendete ihr letztes Geschäftsjahr mit einem Überschuss von exakt 19 335,92 Euro — allerdings nur dank einer Entnahme aus der Rücklage. Aufgefallen sind dem neuen Vorstand höhere Sachkosten in Warstein-Rüthen, etwa bei Zweigstellen und der Geschäftsausstattung: Diese Sachkostenquote liege um 40 Prozent über dem Durchschnitt. Das bedeutet jetzt aber nicht zwangsläufig Schließungen von Filialen oder den Abbau von Automaten: Man wolle in Ruhe analysieren, es sei „zu früh, um über Maßnahmen zu sprechen”, so Riepe. In drei Jahren hoffe man, die „Wehen” überstanden zu haben. 

Die Kunden vertrauen ihrer Sparkasse — auch, weil die Einlagen hier zu 100 Prozent abgesichert sind. 2008 hatten beide alten Institute einen sehr guten Einlagenzuwachs ihrer Kunden: In Warstein-Rüthen fünf Millionen Euro (plus 2 Prozent), in Lippstadt legten sie 2,6 Millionen mehr an. Wachstumstreiber waren kurzfristige Geldanlagen. Die Umsätze bei Wertpapieren blieben auf hohem Niveau: Die Sparkasse Lippstadt verwaltet 140 Millionen Euro, Warstein-Rüthen 92 Millionen.

Hochzufrieden ist der Vorstand mit dem Kreditgeschäft: 152 Millionen Euro wurden Firmen und Privatkunden zugesagt (plus 52 Prozent); 500 Millionen Euro an Forderungen stehen in den Büchern. In Warstein-Rüthen wurden 27 Millionen Euro an neuen Krediten ausgezahlt (minus 3,6 Prozent), hier betragen die Forderungen 269 Millionen. Eine „Kreditklemme” sieht der Vorstand nicht: Gerade der mittelständischen Wirtschaft stünde genügend Liquidität zur Verfügung — natürlich achte man, wie jederzeit, auf die Bonität.  

Bis Ende 2009 sollen in der fusionierten Sparkasse alle Arbeitsabläufe angepasst sein: Dahinter verbergen sich 3500 einzelne Aufgaben, die die 287 Mitarbeiter aufeinander abstimmen müssen. 360 000 Euro schüttete die Sparkasse 2008 in Lippstadt an Vereine und Organisationen aus, in Warstein 90 000 Euro — das soll sich fortsetzen. Der neuen Fachhochschule stiftet die Sparkasse drei Stipendien und eine Professur mit jährlich 70 000 Euro.

Jürgen Kortmann

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