Feuerschein auf dem Wahrzeichen

Das Osterfeuer auf dem Piusberg in Warstein brennt.
Das Osterfeuer auf dem Piusberg in Warstein brennt.
Foto: Alexander Lange
Feuer am Piusberg. Das hat Tradition in Warstein, denn dort lodert alljährlich das Osterfeuer. Eine Veranstaltung mit durchaus christlichem Hintergrund.

Warstein..  Ein Brauch von altersher, der jedes Jahr hohe Flammen schlägt. Flammen der Geselligkeit und des gemeinsamen Feierns: Das Osterfeuer.

Nicht nur auf dem Warsteiner Piusberg, „unserem Wahrzeichen“, wie es Rolf Tüllmann, Hauptmann der Ostkompanie bezeichnet, sondern auch an verschiedenen anderen Stellen im Warsteiner Stadtgebiet schlugen am Abend des Ostersonntages helle Flammen gen Himmel empor. Doch gerade das Osterfeuer auf dem Piusberg zieht mit seinem beliebten Blick über die im Tal gelegene Kernstadt Jahr für Jahr viele Warsteiner und Freunde der Heimat in seinen Bann.

„Bis weit in die 60er Jahre gab es in Warstein und seinen Ortsteilen mehrere Osterfeuer, unter anderem am Oberhagen und an der Alten Kirche“, erklärt Ortsvorsteher Dietmar Lange und freut sich sehr, dass die Mitglieder und Schützen der Ostkompanie seit Jahrzehnten den Brauch des Osterfeuers mit ihrem Engagement und freiwilligem Einsatz aufrecht erhalten.

Denn schon am Karfreitagmorgen heißt es für die Männer „des Ostens“ aufschichten, schleppen und zusammenschieben. Der Großteil des Osterfeuers besteht dabei aus Anlieferungen des Bauhofes und der Stadt, nur geringe Teile des Osterfeuers kommen noch aus privaten Händen. „Nicht fehlen“, so Tüllmann, darf dabei die Tanne, die mit der passenden Fahne die Spitze des Osterfeuers bildet und so aus ganz Warstein gesichtet werden kann.

„Karfreitag muss das Feuer aufgehäuft werden, egal bei welchem Wetter“, so Tüllmann, der sich gemeinsam mit Christoph Hiegemann von den Bürgerschützen schon an so manches Wetterextrem erinnert. Hiegemann: „Wir standen hier schon bei Schnee und Kälte, haben uns aber an Karfreitag hier auch schon einen Sonnenbrand geholt. Aber bisher konnten wir es in jedem Jahr abbrennen lassen“.

Doch vor neun Jahren, 2006, kamen den Schützen und Helfern der Ostkompanie einige Feuerteufel zuvor. „Das weiß ich noch, das war das erste Jahr, als ich Hauptmann war“, erinnert sich Tüllmann. Unbekannte zündeten in der Nacht von Karfreitag auf Karsamstag das Osterfeuer auf dem Piusberg an.

Nicht ganz umsonst

„Aber es war nicht ganz umsonst“ ergänzt der Hauptmann lachend: „Da war ich ein paar Tage später bei Göke Mittagessen und da bedankte sich Bruni, dass er endlich mal das Osterfeuer sehen konnte. Sonntags muss er immer bis 11 Uhr abends im Laden stehen.“

Einer, der sich die Tradition des Osterfeuers in keinem Jahr entgehen lässt, der sogar wichtiger Bestandteil des Brauchtums ist, ist Pastor Thomas Wulf. Mit dem Entzünden der Fackeln durch das Osterlicht in der Pfarrkirche St. Pankratius, dem Weg auf den Piusberg und dem damit verbundenen Anstecken des Osterfeuers sieht auch Wulf eine schöne und ehrwürdige Tradition in der Wästerstadt: „Es gibt eine kleine Andacht, eine Lichtfeier in der Kirche und dann entzünden die Kinder der Ost- und der Südkompanie die Fackeln an der Osterkerze“, so Wulf, der sich freut, dass so viele junge Familien sich an diesem Brauchtum beteiligen: „Gerade mit Blick über die Stadt ist es immer wieder schön, durch dieses Osterfeuer auf dem Piusberg den Warsteiner die Osterfreude und die Auferstehung Christi zu verkünden.“