Festliche Besetzung zum Abschluss der Orgelwoche

Soest..  Die 9. Orgelwoche zieht an diesem Wochenende noch einmal alle Register. Bevor sie am Sonntag mit einem musikalischen Festgottesdienst in St. Severin (10 Uhr) und einer anschließenden Bläsermatinee in St. Petri (11.15 Uhr) ausklingt, lädt das große Abschlusskonzert am Samstagabend dazu ein, Neues zu entdecken. Um 20 Uhr bietet sich den Zuhörern in der Petrikirche eine prachtvoll-festliche Besetzung: Ein großes Streicherensemble, unterstützt von drei Trompeten und Pauken und die Späth-Orgel mit ihren mehr als 3500 Pfeifen und 47 Registern wirken zusammen.

Auf dem Programm stehen drei Orchesterwerke, die man sicher nicht oft zu hören bekommt.

„Classic Concerto“

Da ist zunächst das „Classic Concerto“ des amerikanischen Kirchenmusikers Leo Sowerby für Orgel und Streichorchester. Sowerby (1895-1968) gehört wie George Gershwin zu der Generation amerikanischer Komponisten, die sich nicht mehr damit begnügten, europäische Vorbilder zu imitieren. Diese Musiker nahmen ungeniert die alten europäischen Formen und füllten sie mit Musik, die ihren amerikanischen Ursprung hören ließ. Sowerbys „Classic Concerto“ steckt voller Anspielungen auf die Musik der Klassik, was ihm einen keck-ironischen Beiklang gibt.

Günter Raphael (1903-1960), dessen Musik in den vergangenen Konzerten der Orgelwoche durch einprägsame Melodieführung, Klangfülle, komplexe Struktur und phantasievolle rhythmische Vielfalt überraschte, ist mit zwei Werken aus verschiedenen Schaffensperioden vertreten. Die modern und recht avanciert klingende „Sinfonische Fantasie für konzertierende Violine und Streichorchester“ von 1940 gibt der Violine Gelegenheit, als Soloinstrument zu glänzen.

Das „Konzert für Orgel, drei Trompeten und Streichorchester“ von 1936, das den Schwerpunkt des Abends bildet, ist traditionsbezogener und trägt spätromantische Züge. Hier verarbeitet der Komponist den urevangelischen Choral „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“, dessen Musik und Text ursprünglich von Martin Luther stammen. Immer wieder lässt Günter Raphael die Luther-Melodie in verschiedenen Stimmen aufleuchten.

Den Orchesterpart übernimmt das Streichorchester Münster mit Konzertmeister Andreas Klingel, der auch die Solo-Violine spielt. Das Bläserensemble stellte der Trompeter Jörg Segtrop zusammen, in der Region bekannt besonders durch das Ensemble „Classic Brass Ruhr“. Ralf Blasi, versierter Organist und Kirchenmusiker aus Coesfeld, greift in die Tasten der großen Späth-Orgel. Die Gesamtleitung hat Kantor Johann-Albrecht Michael.

Zu diesem Konzert hat sich die Tochter des Komponisten Günter Raphael, Frau Pieschacón-Raphael, angekündigt. Sie kommt als Kuratorin der „Christine Raphael Stiftung zur Förderung des Günter Raphael Gesamtwerkes“ nach Soest, um sich die beiden werke ihres Vaters anzuhören.

Karten im Vorverkauf zu 12 Euro sind im Petri-Gemeindebüro, in der Ritterschen Buchhandlung und der Bücherstube Ellinghaus erhältlich. An der Abendkasse kosten sie 15 Euro. Schüler haben freien Eintritt zu der Veranstaltung.

Gottesdienst und Matinée

Am morgigen Sonntag findet um 10 Uhr in St. Severin, Schwefe, der musikalische Abschlussgottesdienst statt. Die Sängerinnen und Instrumentalisten des Ensembles „Kontrapunkt“ und die Kirchenmusikerin Gabriele Gläsmann an der Tzschöckel-Orgel sorgen für eine festliche Atmosphäre in diesem Gottesdienst. Die Leitung übernimmt Gabriele Gläsmann. Um 11.15 Uhr beginnt die Abschlussmatinée in St. Petri Soest. Der Bläserchor des Kirchenkreises Soest lässt zum Abschluss der 9. Orgelwoche festliche Blasmusik erklingen. Die Leitung hat Landesposaunenwart und Kirchenmusikdirektor U. Dieckmann.

Der Eintritt ist frei, am Ausgang wird eine Kollekte gehalten.