FDP lenkt Augenmerk auf vom NS-Regime Verfolgte

Nicht an dem Diskussionsabend nahmen Vertreter der FDP teil. Sie hatte sich aber im Vorfeld eindeutig positioniert. Ihr Eindruck: Es gehe in erster Linie um eine Rechtfertigung des Ratsbeschlusses von 1977. „Man möchte offensichtlich auch fast 40 Jahre nach der fragwürdigen Beschlussfassung zur Namensgebung der Pöggeler-Straße keinerlei Fehler eingestehen“, so Vorsitzender Wolfgang Henze.

Die Freidemokraten halten die Gegenüberstellung von Forschungsergebnissen zur Rolle Pöggelers in der NS-Zeit und von Berichterstattungen einzelner Zeitzeugen zum Menschen Pöggeler für wenig zielführend. Nähe oder auch Zugehörigkeit zum NS-Regime sage nicht zwangsläufig etwas über den Charakter eines Menschen aus. Gerade über Pöggeler lägen Zeitzeugenberichte vor, die unter anderen Umständen eine derartige Ehrung gerechtfertigt hätten – aber nur dann.

„Unsere historische Verantwortung verbietet es uns schlichtweg, eine Person, die dem NS-Regime nachweislich sehr nahe gestanden hat, in dieser Weise zu ehren“, so Henze. Dies habe mit dem Respekt gegenüber denen zu tun, die unter dem NS-Regime leiden mussten. „In Rüthen waren es unter anderen die Bürgerinnen und Bürger, an die aktuell durch die Verlegung von sogenannten Stolpersteinen erinnert werden soll.“