Fakten schaffen

Werbekampagne Westkalk „Nicht kuiern, muiern!“.  Nach meinem Verständnis bedeutet „Nicht kuiern, muiern!“ „Nicht reden, Fakten schaffen!“ Der Widerspruch dieser Aussage zu der wiederholten Aufforderung der Westkalk-Geschäftsführung, zu konstruktiven Gesprächen in der Sache, Kalksteingewinnung in dem Wasserkörper Warsteiner Massenkalk, ist mir nicht verständlich.


Diese Werbekampagne kann nicht die Antwort auf folgende, die Kalksteingewinnung einschränkenden Fakten sein: Die Gesamtmineralisation, der Salzgehalt und die Temperatur der Wässer in diesem Wasserkörper nimmt als Funktion der Tiefe zu. Diese hohe Mineralisation erschwert die Resorption der Radiumione, so dass diese in Lösung bleiben und freigesetzt werden. Mit zunehmender Temperatur steigen die Konzentrationen in diesen Wässern und die Löslichkeit von Radium- und Bariumverbindungen nimmt zu. Die hohe Chloridkonzentration erhöht die Radiumlöslichkeit. Die starke Zirkulation der Wässer in den Klüften und Spalten begünstigt die Löslichkeit und Freisetzung (Diffusion) von radioaktiven Isotopen in die Biosphäre und in das Wasser. Für diese Radiumaktivitätskonzentrationen der Tiefenwässer ist die Auslaugung durchschnittlicher Gesteine ausreichend und bedarf keiner uranreichen Gesteinsformationen. Die Ausfällung von Pb 210 als Bleichlorid oder als Bleisulfid kann in den Kalkvorkommen rund um Bleiwäsche als Folge der U 238 Zerfallsreihe beobachtet werden.


Es gibt dort Kalkformationen, die nicht einmal als Tierfutter oder zur Herstellung von Zement verwandt werden dürfen. Die Grundstücksinhaber, die ihre Grundstücke zur Kalksteingewinnung in dem Wasserkörper Warsteiner Massenkalk zur Verfügung gestellt haben, sind subsidiär in der Haftung aller, von diesen Grundstücken ausgehenden Gefahren auf eine Trinkwassergewinnung aus dem Warsteiner Massenkalk. Mein Vorschlag: „Erst überlegen und dann handeln“.


Ewald Risse
, Warstein