Fahrverbot wegen falschen Überholens und Nötigung

Für falsches Überholen und Nötigung wurde ein Warsteiner zu einer Geldstrafe von 2100 Euro und drei Monate Fahrerlaubnisentzug verurteilt.
Für falsches Überholen und Nötigung wurde ein Warsteiner zu einer Geldstrafe von 2100 Euro und drei Monate Fahrerlaubnisentzug verurteilt.
Foto: Daniel Reinhardt
Was wir bereits wissen
Urteil muss ohne Mitschnitt des Notrufs gefällt werden. Trotz Ungereimtheiten in Zeugenaussagen wird Angeklagter verurteilt

Belecke/Suttrop..  Vier Minuten lang telefonierte die Beleckerin mit dem Notruf, während ihr Exmann sie mit dem Auto auf der Straße bedrängt, überholt und dann zum Bremsen gezwungen haben soll (wir berichteten). Gestern sollte vor dem Amtsgericht Warstein das Protokoll dieses Anrufs verlesen werden, da der Angeklagte sich keiner Schuld bewusst sei, die Exfrau sowie ihr neuer Lebensgefährte und die Kinder, die im Auto des Angeklagten mitfuhren, aber gefährliche Überholmanöver schilderten. Allerdings wurde das Protokoll nach einem Zeitraum von vier Wochen gelöscht und war nicht mehr einzusehen.

Der Staatsanwalt sah die Vorwürfe bestätigt. Die Zeugen hätten annähernd deckungsgleich eine längere Verfolgungsjagd geschildert. Das man sich zufällig auf der Straße begegnet sei, halte er für eine Schutzbehauptung des Angeklagten. So hätten die Kinder gegenüber dem Familiengericht ausgesagt, dass sie Angst gehabt hätten.

Falsches Überholen

Zudem würden die feinen Unterschiede der Aussagen der beiden Zeugen darauf hindeuten, dass man sich nicht abgesprochen habe. Er halte es für unwahrscheinlich, dass die Exfrau des Angeklagten einen genauen Plan zur Schädigung ihres Exmannes ausgeheckt habe. Besonders strafschärfend sei die Dauer der Verfolgungsjagd sowie das falsche Überholen. Er plädiert auf eine Geldstrafe sowie ein Fahrverbot für 12 Monate.

Der Verteidiger widerspricht einem verkehrswidrigen Verhalten. Die zahlreichen Ungereimtheiten bei den Zeugenaussagen, wie Ortsangaben, würden eine Verurteilung nicht rechtfertigen. Zudem sehe er in der Vorbeziehung des ehemaligen Paares eine Belastungstendenz, sei überzeugt, dass die Exfrau des Angeklagten nicht vollständig die Wahrheit sage. Die Richterin ließ sich nicht überzeugen. Sie verurteilte den Angeklagten zu einer Geldstrafe von 2100 Euro und einem dreimonatigen Fahrverbot.