Expertenwissen als Wahlkampfvorteil?

Bürgermeisterkandidat Ewald Risse am Warsteiner Piuskreuz. Von hier hat man einen guten Überblick über die Stadt – und damit auch die entscheidenden Herausforderungen.
Bürgermeisterkandidat Ewald Risse am Warsteiner Piuskreuz. Von hier hat man einen guten Überblick über die Stadt – und damit auch die entscheidenden Herausforderungen.
Foto: Manfred Böckmann
Was wir bereits wissen
Die WP zu Besuch bei Bürgermeisterkandidat Ewald Risse – der ist überzeugt: „Beim Thema Steinabbau kenne ich mich am Besten aus.“

Warstein..  Den Ort des Gesprächs hat er sich ganz bewusst ausgewählt: Bürgermeisterkandidat Ewald Risse möchte sich am Piuskreuz treffen. Vorteil dort: Man sieht vieles, viele wichtige Themen, die Warstein und die Bürger bewegen. Sei es der Wald, das Thema Trinkwasser oder der Steinabbau.

Doch man muss erst einmal dorthin kommen. Das scheitert nicht am Zaun – das Törchen lässt sich problemlos öffnen. Aber wenn Risse von einem Bürger angesprochen wird und zwei Stichworte, „Steinabbau“ und vor allem „B 55n“, fallen, dann ist der 63-jährige Warsteiner in seinem Element, dann wird erst einmal der Gedankenaustausch mit dem Bürger gepflegt.

An die große Lösung Umgehungsstraße glaubt Risse nicht: „Es gibt keinen Bundesverkehr“, macht er deutlich, „der Bund sieht den Bedarf nicht“, also müsse man nach einer anderen Lösung suchen. Alternativen müssen her. Auch beim Warsteiner Haushalt. Um den versprochenen Haushaltsausgleich hinzubekommen, muss die Stadt nach aktueller Planung neun Millionen Euro zusätzliche Einnahmen generieren. Doch das werde nur in der Theorie gelingen. „Denn wer zahlt die Steuern?“, fragt der Kaufmann rhetorisch. Das Problem sei doch, dass die Menschen aus Warstein abwanderten. Das Gegenteil müsse passieren.

Arbeitsplätze durch Bodenschätze

Risse zeigt auf die Tallage und das Steinwerk. „Da muss sich etwas ändern.“ Die Verkehrsanbindung dürfe nicht durch die Innenstadt erfolgen, betont Risse. Und überhaupt: Die Warsteiner Bodenschätze seien viel zu schade, im Straßenbau verwendet zu werden. „Ich bin für Rohstoffgewinnung. Wir brauchen Zement“, betont Risse.

Noch völlig ungenutzt liege ein anderer Bodenschatz bereit. Man könne das hiesige Tonvorkommen für hochwertige Bindemittel verwenden. Damit könne man Arbeitsplätze schaffen – und so Einnahmen für die Stadt. Der neue Bürgermeister müsse sich gleich um Geld bemühen, prophezeit Risse (der auch einen Mitbewerber, sollte dieser gewählt werden, unterstützen würde). Die Stadt brauche eine Strukturänderung, auch was das städtische Personal angehe. Da stellt Risse, der sich unumwunden für frühkindliche Erziehung ausspricht, schon mal die Frage, ob für die Erzieherinnen in den Kindergärten die Stadt der richtige Arbeitgeber sei.

Auch die Struktur des Bauhofes ist aus Sicht des unabhängigen Kandidaten nicht optimal: Er würde lieber Aufgaben an die Ortsteile geben, den Ortsvorstehern so mehr Verantwortung übertragen. Ein gelungenes Beispiel dafür ist für ihn der Allagener Grenzweg.

Apropos Aufgaben: Risse möchte Warsteins Souveränität wieder herstellen, doch gestalten geht nur, wenn auch wieder Geld zur Verfügung steht, dass frei investiert werden kann. Neben zusätzlichen Einnahmen und Einsparungen sieht der Bürgermeister-Kandidat dafür EU-Fördertöpfe als weitere Möglichkeit.

Ob er eine Chance sieht, seine Pläne als Rathauschef umzusetzen? Risse: „Ich trete an; wenn die Bürger eine Strukturveränderung wollen, dann sollen sie mich wählen.“ Zudem ist Ewald Risse überzeugt: „Ich bin derjenige unter den sechs Kandidaten, der sich am besten mit dem Thema Steinabbau auskennt.“

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