Ertragreiches Jahr im Bürger-Solarpark

Genossenschaftsversammlung der Rüthener Bürgerenergie: Alle Entscheidungen treffen die rund 50 anwesenden Mitglieder einstimmig. Ebenso wurde Josef Schrewe als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt.
Genossenschaftsversammlung der Rüthener Bürgerenergie: Alle Entscheidungen treffen die rund 50 anwesenden Mitglieder einstimmig. Ebenso wurde Josef Schrewe als Aufsichtsratsvorsitzender bestätigt.
Foto: WP
Erstmals gibt es eine Dividende für die Genossen der Rüthener Bürgerenergie. Da die Energieerträge 2014 höher als geplant lagen, liegt diese bei vier statt 3,1 Prozent.

Rüthen..  Wie geplant schüttet die Rüthener Bürgerenergie nach Ablauf des zweiten kompletten Betriebsjahres des Solarparks am Schawiggenknapp erstmals eine Dividende an die Genossen aus. Da die Energieerträge höher lagen als prognostiziert, fällt auch sie höher aus als vorgesehen. Die Anteilseigner können sich so über vier statt 3,1 Prozent freuen. Einstimmig fassten die Genossen bei der Generalversammlung in Kneblinghausen diesen Beschluss.

Noch bevor die beiden Vorstandsmitglieder Heinrich Graskamp und Thomas Pflug die Zahlen im Detail vorgestellt hatten, fasste Aufsichtsratsvorsitzender Josef Schrewe sie knapp zusammen. „Gut und erfreulich“ nannte er den Jahresüberschuss von 32 000 Euro und den Bilanzgewinn von 26 900 Euro. Besonders aber hatte es ihm der von Vorstand und Aufsichtsrat einmütig unterbreitete Vorschlag über die Höhe der Dividende angetan. „40 Euro auf die Aktie mit einem Nennwert von 1000 Euro, das ist in der heutigen Zeit eine recht angenehme Zahl“, erklärte er und verwies auf die anhaltende Niedrigzinslage.

Acht Monate über den Planzahlen

Ermöglicht wird die konträre Entwicklung bei der Rüthener Bürgerenergie natürlich zuallererst durch die Entwicklung der Erträge des Solarparks. Acht Monate des vergangenen Jahres lagen diese über den Planzahlen, im Februar und April wurden diese punktgenau erreicht und nur im September und Dezember lagen sie darunter. Im sehr regenreichen und wolkigen letzten Monat 2014 blieben die Erträge um fast 65 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Dies relativiert sich aber dadurch, dass der Dezember laut Plan ohnehin nur mit drei Prozent in den Jahresertrag einfließt. Dieser erreichte insgesamt über 1,5 Millionen Kilowattstunden – 8,6 Prozent über der Prognose.

Dies schlägt sich auch bei den Umsatzerlösen nieder. Geplant waren diese mit knapp 164 000 Euro, erreicht wurden fast 183 000 Euro. Zum Vergleich: 2013 lagen sie bei 165 000 Euro. Der Überschuss kletterte im Jahresvergleich von 28 000 auf 32 000 Euro, der Bilanzgewinn von 23 000 auf fast 27 000 Euro. „Immer nur Pluszahlen zu verkünden, macht schon Spaß“, freute sich Heinrich Graskamp.

Für Diskussionen sorgte die vorgeschlagene Rückstellung von 4000 Euro über die gesetzlich vorgeschriebene Rücklage hinaus. Zum einen, so Pflug, sei das Solargeschäft ein saisonal geprägtes Geschäft, zum anderen sei nach zehn Jahren mit Reparaturen zu rechnen, für die man gewappnet sein müssen und zum dritten setze das Genossenschaftsmodell generell auf Sicherheit. Außerdem schütte keine Aktiengesellschaft 100 Prozent ihres Gewinnes aus.

Gewinnvortrag ungeschmälert

Dies waren auch Argumente gegen eine Anregung von Jürgen Augustinowitz, doch wenigstens fünf Prozent Dividende zu zahlen. „Wir sollten nicht gleich im ersten Jahr aus dem Vollen schöpfen“, meinte Bernhard Adams. Auch Steuerberater Karl-Heinz Bröckling, der den Jahresabschluss erstellt hatte, riet davon ab, den Gewinnvortrag von 9000 Euro auf das kommende Jahr zu schmälern.

Außerdem, so der Hinweis aus der Versammlung sei das Geld ja nicht weg und könne für eine Sonderausschüttung genutzt werden. Zu guter Letzt liefern auch die Module technisch bedingt pro Jahr ein bis zwei Prozent weniger Ertrag, müssen zudem alle fünf Jahre gereinigt werden, was Kosten verursacht.

Die Versammlung folgte schließlich nicht nur in der Frage der Dividendenhöhe einstimmig Vorstand und Aufsichtsrat. Ebenso wurden die turnusmäßig ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Josef Schrewe und Axel Dippel wiedergewählt.