Erster Schulverbund im Kreis Soest
21.02.2008 | 17:11 Uhr 2008-02-21T17:11:00+0100Die Grundschulen in Rüthen und Kallenhardt gehen zum neuen Schuljahr einen gemeinsamen Verbund ein.
Rüthen / Kallenhardt. Viel Diskussionsbedarf gab es nicht mehr: Einstimmig stimmte Rüthens Schulausschuss der Bildung eines Schulverbundes zwischen den Grundschulen in Rüthen und Kallenhardt zum neuen Schuljahrsbeginn im Sommer zu.
Die Entscheidung des Ausschusses wird nun den beiden Schulkonferenzen mitgeteilt. Sie geben dazu dann ihre Stellungnahmen für den Stadtrat ab, der die endgültige Entscheidung fällt — eine reine Formsache nach dem Votum des Ausschusses jetzt. Nur sechs Zuhörer verfolgten die Sitzung, darunter die beiden betroffenen Schulleiterinnen Gertrud Schwarte (Kallenhardt), die im Sommer in den Ruhestand geht, und Annegret Retaiski (Rüthen), die die Leitung des neuen Schulverbundes übernimmt — dem ersten im Kreis Soest. Hören wird der Schulverbund auf den Namen „Nikolaus-Grundschulverbund” mit dem katholischen Bekenntnisstandort „Ostervelde”. Bei den Politikern regierte der nüchterne Blick.
Hartmut Modes (CDU) lobte die Möglichkeit des neuen Schulgesetzes in NRW, jetzt auch kleinere Grundschulen im Rahmen eines Schulverbundes erhalten zu können — diese neuen Rahmenbedingungen böten die Chance für eine „Modifizierung hin zum Guten”. Er erwartet, dass sowohl die Nikolausschule in Rüthen als auch die Ostervelde-Schule in Kallenhardt ihren Qualitätsstandard halten werden, sieht aber durch den Verbund Möglichkeiten „für einen langfristig sogar besseren Standard”, denn, hatte er ausgerechnet: „Plus und Plus ergibt Plus.”
„Wir müssen es anpacken”, meinte Friederike Aust für die SPD: Zwar werde Neuland betreten, aber man werde daraus das Beste machen, versprach sie. Auch Ulrich Langer (BG) sah keine Alternative zum Schulverbund. Die Erfahrungen damit in anderen Bundesländern, hatte er sich kundig gemacht, „sind so schlecht nicht” — allerdings würde ein Schulverbund einen erheblichen Mehraufwand für die beiden Kollegien bedeuten.
Georg Eickhoff (CDU), Vorsitzender des Ausschusses, versicherte, dass der Elternwille oberste Priorität habe: Auch in einem Schulverbund könnten Kinder nicht gezwungen werden, in eine andere Schule zu fahren. Dennoch bleiben die Befürchtungen: Eltern aus Rüthen haben Bedenken, nach welchem Verfahren im Jahr 2011 (wenn erstmals in Kallenhardt zu wenig Erstklässler eingeschult werden) entschieden werde, ob dann Rüthener Grundschüler nach Kallenhardt oder umgekehrt Kallenhardter nach Rüthen fahren müssen.
Die Beantwortung dieser Frage wird in die Zukunft verschoben: Man kenne schließlich noch nicht den Elternwillen dann, meinte Hartmut Modes — „es ist reine Spekulation”, da würden „aufgeregt Probleme herbeigeredet”. Ziel werde auch 2011 sein, „möglichst wenig Kinder fahren zu lassen”. Eine intelligente Lösung werde aber erst dann gesucht. Modes erinnerte aber daran, dass derzeit bereits auch Kinder etwa aus Kneblinghausen oder Westereiden täglich zur Grundschule fahren müssten.
08:07
Ein Hoch auf das neue Schulgesetz in NRW!
Ich kann allen Eltern aus Kneblinghausen nur raten, die Entfernung zur nächsten Grundschule abzuschätzen und deshalb ihre Kinder in der Grundschule Siddinghausen anzumelden. Genau das hat die Landesregierung mit der Auflösung der Schulbezirke ja gewollt. Die Konsequenzen müssen nun getragen werden.
Ein Aufheulen und Unverschämtheit rufen, hilft jetzt nicht.
Also, der Elternwille ist gefragt.