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Erneute Suche nach Kriegstoten erfolgreich

05.11.2008 | 17:28 Uhr

Ellingsen. (-rgr-) Die groß angelegte Grabung im Juli brachte nur wenig Erfolg: Fünf Kriegstote wurden auf dem Acker neben dem Ellingser Friedhof, wo Gerüchten zufolge 33 russische Zwangsarbeiter liegen sollten, gefunden. ...

... Seit Montag wird in der bereits bestehenden Gedenkstätte erneut gesucht - mit großem Erfolg. Bis gestern Nachmittag entdeckten Fachleute in der Grube die Gebeine von zwölf Männern.

Die Soldaten fielen kurz vor Kriegsende, am 4. April 1945, einem Luftangriff zum Opfer und wurden nach Angaben von Ellingser Bürgern rasch außerhalb des Friedhofes verscharrt, um eventuellen Ärger abzuwenden. Die Kriegsgräberfürsorge, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kriegstote würdig in geweihter Erde zu bestatten, ging den Hinweisen nach und suchte in Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung Arnsberg und der Gemeinde Möhnesee nach den Toten.

Gute Vorarbeit Im Anschluss an die erste Suchaktion stand bereits fest, dass in der vor Jahren errichtete Gedenkstätte - ein Stein erinnerte an die Opfer des Nationalsozialismus - noch einmal nach den toten Russen gegraben werden sollte. Die Gemeinde Möhnesee leistete die Vorarbeit, entfernte Sträucher und Efeu, damit der Bagger zu Werke gehen konnte.

Sorgfältige Arbeit Volker Schneider, im Volksbund deutscher Kriegsgräberfürsorge Beauftragter für die Umbettung von Kriegstoten, und sein Kollege Michael Knappstein sind seitdem unermüdlich bei der Arbeit. Trotz des widrigen Wetters graben sie stundenlang mit der Hand Knochen und Schädel aus, finden Mützen, Marken aus Straflagern, Erkennungsmarken der Roten Armee, Löffel und vieles mehr. Alles wird sorgsam getrennt, fotografiert und in Schalen verstaut. "Ich bin sicher, dass wir alle 33 Kriegstoten und zwei Soldaten, die ein Stück weiter liegen, finden werden", gibt sich Volker Schneider optimistisch.

Aufgrund der Größe der Gedenkstätte - vier mal vier Quadratmeter - glaubt er sogar, dass die Erde noch mehr Tote birgt, deren Herkunft unbekannt ist. "Aber wenn wir die 35 Toten finden, sind wir zufrieden", erklärt Volker Schneider. Er rechnet damit, dass die Arbeiten, die ja nur per Hand erfolgen können, auch über den gesteckten Zeitplan - bis Freitag - hinaus gehen werden.

Die Toten werden anschließend in einer Trauerfeier, wie bereits bei der Bestattung der im Sommer gefundenen Gebeine, auf dem Ellingser Friedhof bestattet. Anders als bei der Aktion im Sommer ist das Interesse an der Grabung nicht so groß. Nur hin und wider lassen sich Ellingser Bürger sehen. Die Aktion wird auch diesmal von der Bezirksregierung begleitet.


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