Erfahrungen für den Ernstfall gesammelt

Personenrettung mit Spreizer und Schere: Auf dem Firmengelände der Meister Werke ist ein Pkw mit einem Gabelstapler kollidiert. Zügig wird der Autofahrer aus seiner misslichen Lage befreit.
Personenrettung mit Spreizer und Schere: Auf dem Firmengelände der Meister Werke ist ein Pkw mit einem Gabelstapler kollidiert. Zügig wird der Autofahrer aus seiner misslichen Lage befreit.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Mit mehreren Teilübungen in einer Großübung bereitete sich der Löschzug 3 der Rüthener Feuerwehr auf Einsätze bei verschiedenen Unfallszenarien vor.

Meiste..  Ein 1000-Liter-Behälter mit Betriebsstoffen wird auf dem Transport beschädigt. Umweltschädigende Lacke und Farben drohen durch ein großes Loch auszulaufen und über den Gully in die Kanalisation zu gelangen. Was in so einer solchen Situation zu tun ist, wissen die Feuerwehrleute des Löschzuges 3 der freiwilligen Feuerwehr der Stadt Rüthen ganz genau. Denn nur wer über Erfahrung verfügt, kann im Ernstfall schnell und sicher handeln. Aus diesem Grund fand am Samstagvormittag eine Übung auf dem großflächigen Gelände der Meister Werke statt.

Bei insgesamt sechs Teilübungen wurden die Feuerwehrmänner aus Kallenhardt, Kneblinghausen und Meiste an verschiedenen Stationen ausgebildet, darunter zwei Übungen zum Löschen brennbarer Stoffe, ein simulierten Pkw-Unfall auf dem Betriebsgelände sowie eine Personenrettung mit der Drehleiter aus gefährlicher Höhe und einer verunfallten Person bei Beladung. Bei der sogenannten „ABC-Übung“ (atomar, biologisch, chemisch) ging es schließlich darum, das Auslaufen von Betriebsstoffen aus großen Behältern zu verhindern. „Das Gelände der Meister Werke ist für diese Stationsausbildung optimal geeignet – alle Übungen lassen sich hier realitätsnah darstellen“, erklärte Rolf Langer, Zugführer des dritten Löschzuges und Leiter der Übung, zur die Auswahl des Übungsgeländes.

Besonders realitätsnah war auch die erste ABC-Übung des Löschzuges gestaltet: Ein großer Plastikbehälter auf dem Außengelände, in dem rund 1000 Liter Lacke aufbewahrt werden, wurde beim Transport beschädigt. Über ein großes Loch an der Vorderseite des Behälters flossen die eigentlich ungefährlichen Stoffe unkontrolliert heraus. Über den nur einige Meter entfernten Gully drohten sie jedoch nun, in die Kanalisation zu gelangen.

Mit „Elefantenfuß“ abgedichtet

Um dies zu verhindern wurde die Feuerwehr gerufen. Schnell waren die Männer vor Ort, konnten das Loch stopfen und Schlimmeres verhindern. Damit die bereits ausgelaufene Flüssigkeit nicht weiter in den Gully läuft, hatten die Einsatzkräfte zwei Möglichkeiten: Entweder sie versahen den Deckel mit einem Dichtkissen, welches mit Luft aufgepumpt wird, oder sie platzieren auf dem Gully einen sogenannten „Elefantenfuß“, ein zeltähnlicher Behälter, der mit Wasser gefüllt wird und dessen Gewicht letztendlich das Einlaufen der Flüssigkeiten in die Kanalisation verhindert. In dieser Situation entschieden sich die Feuerwehrmänner für die zweite Variante.

Ebenso dramatisch wie gefährlich ging es bei der zweiten Übung, der technischen Hilfe, zu: Der Pkw einer Person (die durch eine Puppe dargestellt wurde) kollidierte mit einem Gabelstapler. Der Insasse wurde im Fahrzeug eingeklemmt. Mittels Schere und Spreizer konnte dieser schnell befreit und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Löschwasserversorgung

In einer letzten gemeinsamen Zugübung wurde die Wasserversorgung auf langer Wegstrecke geübt: Hierzu wurde dem großen Wasservorrat der Meister Werke Wasser entnommen, um sechs C-Strahlrohre zu versorgen. So konnte der Tag auf dem Übungsgelände schließlich mit dem beruhigenden Gefühl, für den Einsatz gut gerüstet zu sein, beendet werden.