Ende einer Ära

Warsteins Bürgermeisterkandidat Dr. Thomas Schöne
Warsteins Bürgermeisterkandidat Dr. Thomas Schöne
Foto: WP
Ansgar Mertens ist der neue Vorsitzende der CDU im Kreis Soest. Er erhielt 98 Prozent der Stimmen und beendet damit die Ära von Bernhard Schulte-Drüggelte, der nach zwanzig Jahren nicht mehr kandidierte.

Kreis Soest..  Als Ansgar Mertens, der neue Vorsitzende der CDU im Kreis Soest, Altmeister Goethe zitierte, mag das manch altem Christdemokraten wie eine Drohung geklungen haben: „Wenn wir bewahren wollen, was wir haben, werden wir vieles ändern müssen.“ Dabei steckt in dieser Weisheit des deutschen Dichterfürsten nicht nur unendlich viel Wahrheit, sondern sie ist vielmehr auch so etwas wie das Programm für Ansgar Mertens, um an der Spitze der Christdemokraten ähnlich erfolgreich zu agieren wie seine beiden Vorgänger Eckhard Uhlenberg (Werl) und zuletzt eben Bernhard Schulte-Drüggelte (Möhnesee).

Der 37-jährige Lippstädter will zum einen bewahren, zum anderen aber auch (ver)ändern. Schon bei seiner Rede, die er unmittelbar vor der Wahl hielt, machte er deutlich, dass hier einer steht, der sich auf diese Aufgabe nicht nur freut, sondern der sie förmlich lebt. Ansgar Mertens gehört zu jener Sorte Mensch, für die Politik nicht ein leidiges Übel ist. Vielmehr sieht er in der Politik die Möglichkeit, nach seinen Idealen die Gesellschaft (mit) zu gestalten. Und diese Ideale sind vor allem geprägt durch das C im Parteinamen CDU: „Das ,C’ in unserem Namen wird durch unser Handeln deutlich.“

Der neue CDU-Chef betonte aber auch, dass er den Parteivorsitz „mit viel Respekt vor der großen Aufgabe und Demut“ übernehme. Er sieht die CDU im Kreis als „Bürgerversteher“ und „Mitmachpartei“: „Dazu brauchen wir aber noch mehr Neugier, mehr Offenheit, mehr Dialog.“ Dafür will er als Vorsitzender der über 3800 Mitglieder starken Volkspartei im Kreis eintreten: „Überzeugung zu leisten für die CDU macht Spaß.“ Dass die Mitglieder diesen Weg mit ihm gehen wollen, machte das Wahlergebnis deutlich: Mertens erhielt 325 von 333 Stimmen.

Für Offenheit und Dialog hat auch Bernhard Schulte-Drüggelte gestanden. Mit ruhiger Hand und völlig unaufgeregt hat er die CDU zwanzig Jahre lang geleitet und dafür gesorgt, „dass die CDU im Kreis Soest gut aufgestellt ist.“ Wie sehr die Mitglieder diese Art zu schätzen wissen, zeigten sie nach seiner Abschiedsrede, als sich die über 300 Anwesenden von den Sitzen erhoben und dem Bundestagsabgeordneten stehend applaudierten.

Wie kaum ein Zweiter kann vermutlich Landtags-Vizepräsident Eckhard Uhlenberg beurteilen, was BSD, wie er in Kurzform bei der CDU heißt, in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten geleistet hat; schließlich war Uhlenberg sein Vorgänger als Parteivorsitzender: „Es geht eine Ära zu Ende“, konstatierte er und bezeichnete „Fleiß und Liebe zur Heimat“ als prägendes Markenzeichen von Schulte-Drüggelte, der mit seiner klugen und zurückhaltenden Art die CDU über all die Jahre auf Kurs gehalten habe.

Der so Gelobte machte noch einmal deutlich, dass die Aufgabe für ihn trotz der Doppelbelastung durch das Bundestagsmandat in Berlin weniger Last, denn vielmehr Lust gewesen sei: „Zwanzig Jahre lang habe ich gerne diese Verantwortung getragen.“