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Montessori-Schule

Eltern nehmen es selbst in die Hand

04.11.2010 | 17:02 Uhr
Eltern nehmen es selbst in die Hand
Die Planungen laufen weiter: Der Elternverein will selbst die Trägerschaft der Grundschule übernehmen.

Der Montessori-Elternverein in Rüthen nimmt es jetzt selbst in die Hand: In der Mitgliederversammlung wurde beschlossen, die Trägerschaft der geplanten Montessori-Grundschule selbst zu übernehmen.

Bislang war die Lippstädter INI als Träger vorgesehen: „Wir hatten das Gefühl, die Dynamik für unser Projekt fehlte zuletzt“, sagte Dr. Franjo Grotenhermen, Vorsitzender des Elternvereins.

In der Zwischenzeit hat sein Verein allerdings von anderen Beispielen aus Salzkotten und Ahaus erfahren, bei denen ebenfalls Elternvereine erfolgreich selbst die Trägerschaft privater Montessori-Grundschulen übernommen haben – von dieser Möglichkeit wusste man in Rüthen bislang nicht, sondern war von einem erfahrenen Schulträger ausgegangen, der für den ganzen Prozess der Schulgründung erforderlich wäre. Jetzt wollen die Rüthener den Beispielen aus Salzkotten und Ahaus folgen: „Wir können es auch selber machen. Dadurch entsteht für uns eine ganz neue Dynamik.“

Offen ist, wann die neue Schule in Rüthen starten kann. Das bisherige Ziel zum Schuljahrsbeginn im Herbst 2011 erklärt Grotenhermen vorsichtig für „wahrscheinlich nicht realisierbar“ – auszuschließen ist es aber auch nicht. Es hängt davon ab, wie schnell das Antragsverfahren bei der Bezirksregierung in Arnsberg abgewickelt wird. Erste Kontakte nach Arnsberg sind aufgebaut, bis spätestens Dezember müsste der Antrag aus Rüthen eingegangen sein, damit die Grundschule im Idealfall 2011 starten könnte. Manchmal, dies belegten die Beispiele, würde es auch etwas Glück brauchen, „um schneller als zunächst erwartet voranzukommen“.

Dass der Elternverein das Antragsverfahren und später auch die Trägerschaft übernehmen kann, steht für Grotenhermen außer Frage: Im Vorstand gebe es genug Sachverstand und Fachleute, außerdem könne man weiter auf die fachliche Unterstützung der INI zählen.

Als „kleinstes Problem“ bezeichnet der Vorsitzende die Frage, wo die Kinder untergebracht sein werden: Neben der Paul-Gerhardt-Schule, die bislang im Gespräch ist, kann sich der Elternverein auch vorstellen, die benachbarte ehemalige Landwirtschaftsschule (im Besitz des Pflegezentrums) anzumieten. Beide Gebäude liegen am Schlangenpfad.

Gemeinsam erarbeitet wurden in der Mitgliederversammlung Inhalte des künftigen Schulkonzeptes. Das Konzept, wonach man gemäß Grundgesetz ein „besonderes pädagogisches Interesse“ nachweisen muss, wird von Lehrern, die den Elternverein unterstützen, strukturiert und formuliert. Gleichzeitig ist der Verein darauf bedacht, alle Mitglieder an diesem Prozess zu beteiligen, um ein breites Fundament zu erhalten.

Jürgen Kortmann

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