Eltern machen ihrem Ärger im Rathaus Luft

Warstein..  Eine Gruppe aufgebrachter Eltern mitsamt ihren Kindern und vereinzelten Erzieherinnen versammelte sich gestern Nachmittag vor dem Warsteiner Rathaus, um ihrem Ärger in Sachen Kita-Streik Luft zu machen. Hermann-Josef Nübel von der Stadtverwaltung nahm sie in Empfang. In einem Besprechungsraum diskutierte er mit allen über die Situation im Tarifkonflikt.

„Hallo, wir sind die Eltern, die die Leidtragenden des Streiks sind“, heißt es, als die Gruppe den Raum betritt. „Wir wollten fragen, wann von der Stadt mal ein vernünftiges Angebot an die Erzieher kommt und wann wir wieder normal arbeiten gehen können?“

Eltern fordern Beitragserstattung

Man könne sich einig sein, dass diese Tarifrunde ein bisschen komplizierter sei, leitet Nübel die Diskussion ein. Immer wieder ist Kindergeschrei zu hören. Zudem könne die Stadt Warstein keine Angebote machen, fährt er fort. Das sei Angelegenheit der Arbeitgeberverbände.

Der Großteil der Warsteiner Erzieherinnen verdiene die oft genannten 3289 Euro. Die Forderungen der Gewerkschaft seien überzogen. Für ein höheres Entgelt müsse die Stadt Kredite aufnehmen und das könne sie als Kommune im Haushaltssicherungskonzept nicht.

„Welchen Druck kann die Stadt Warstein denn auf die Arbeitgeberverbände ausüben?“, fragt eine Mutter. „Wir könnten denen höchstens eine Empfehlung machen“, antwortet Nübel. Ein Schritt in die richtige Richtung sei ja schon, wenn die Eltern einen Teil der Beiträge zurückbekämen, schlägt eine andere Mutter vor.

„Wir zahlen eine Nutzungsgebühr, aber können nichts nutzen“, beschwert sich die nächste. „Das wäre eine freiwillige Leistung, das dürfen wir nicht“, erklärt Nübel. Mittlerweile ist die Luft im Raum verbraucht und die Temperatur gestiegen. „Man könnte doch wenigstens fünf Prozent anbieten“, schallt es aus einer Ecke des Raumes. „Aber das Geld muss doch irgendwo herkommen“, ruft Nübel zurück. Das wichtigste sei, dass die Kitas wieder öffnen, betont eine Mutter. „Die Kita zu schließen, ist aber unser einziges Druckmittel“, sagt darauf eine der Erzieherinnen.