Einmal Engel sein für Grundschüler

Zeit für gute Taten: Grundschule Suttrop
Zeit für gute Taten: Grundschule Suttrop
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Kinder begleiten ist schlimmer als einen Sack Flöe hüten? Mitnichten. Redaktuerin Anna Gemünd macht die Erfahrung, dass auch Grundschüler schon sehr diszipliniert sein können.

Warstein..  Manchmal ist es so leicht etwas Gutes zu tun, dass man hinterher gar nicht weiß, was man eigentlich gerade so Entscheidendes gemacht hat, so gering kommt einem der eigene Beitrag vor.

Als ich kurz vor Weihnachten den Lehrerinnen der Grundschule Suttrop helfe, mit allen 97 Schülerinnen und Schülern von der Kirche über die viel befahrene Kreisstraße sicher zurück zur Schule zu kommen, ist es so ein Moment.

Innerhalb von wenigen Minuten gehen die Kinder geordnet und umsichtig die wenigen, aber gefährlichen Meter von der Kirche bis zur Ampel, warten, bis es grün wird und laufen dann unter den wachsamen Augen ihrer Lehrerinnen über die Straße. Ich bilde die Nachhut, achte darauf, dass kein Kind zurückbleibt und auch die letzten Kinder in der Reihe sicher die Straße überqueren.

Doch eigentlich brauchen mich die Kinder gar nicht: Im Gegensatz zu mir kennen sie ihren Weg zur Schule wie ihre Westentasche und verhalten sich alle vorsichtig, sobald es an die Straße geht. Doch Schulleiterin Marita Kretschmer ist froh, wenn eine zusätzliche Unterstützung dabei ist, wenn sie nach der Schulmesse zurück zum Schulgebäude gehen. „Wenn man vorne weg geht, sieht man nicht, ob hinten alle mitkommen. Deshalb ist es so wichtig, dass hinten jemand ist, der zur Not die Straße sichert, wenn nicht alle Kinder sofort hinübergekommen sind.“

Marita Kretschmer nennt diese Aufgabe „unseren Engel“. Sie lacht. „Heute sind Sie unser Engel, da hat Frau Schulte frei.“ Elisabeth Schulte ist jedes Mal in der Schulmesse dabei, anschließend hilft sie den Suttroper Lehrerinnen, mit der Kinderhorde zurück zur Schule zu kommen. „Ich bin ja ohnehin in der Messe, da kann ich das ja problemlos machen.“

Genau das ist es, liebe Leser, was wir mit unserer Aktion „Zeit für gute Taten“ Ihnen zeigen wollten: Wie einfach es sein kann, anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Ob sie im Seniorenheim Geschichten vorlesen, mit Kindern zusammen Plätzchen backen, bei der Blutspende Brote schmieren oder ihrem Nachbarn einen Kasten Wasser mitbringen: Es gibt viele Wege, Gutes zu tun.

Fürsorge tut gut

Wir haben in den vergangenen Wochen viele Menschen kennengelernt, die sich über Hilfe freuen, die Unterstützung benötigen und die es uns vor allem leicht machten, ihnen zu helfen. Wir können sie, liebe Leser, nur ermutigen, das Gleiche zu tun. Nehmen Sie sich ein bisschen Zeit und schauen sich um. Wo Hilfe benötigt wird, scheint oft nicht auf den ersten Blick sichtbar. Aber: Fragen kostet nichts. Und ein klein wenig Fürsorge füreinander tut uns allen gut – nicht nur in der Weihnachtszeit.