Einfach zu Hause bleiben?

Warstein..  Eine schnelle Einigung im Tarifstreit um die Bezahlung der Erzieherinnen an Kindergärten und -tagesstätten scheint nicht in Sicht. Es werden wohl weitere Streiktage folgen. Eltern müssen organisieren.

Oma oder Notgruppe

Bislang wurde stets recht kurzfristig bekannt gegeben, dass an einzelnen Tagen die Einrichtungen geschlossen bleiben. Wer flexibel ist, behält sein Kind einfach zu Hause. Wer Glück hat, kann sein Kind auch in einer Notgruppe unterbringen (die Gewerkschaft Verdi hat der Stadt entsprechende Verhandlungen angeboten). Doch was, wenn es keine Notgruppe gibt und auch Oma und Opa nicht einspringen können?

Darf man dann einfach zu Hause bleiben? „Das kommt auf den Arbeitgeber an“, erklärt Hermann-Josef Nübel, Fachbereichsleiter Zentrale Dienste der Stadt. Der Arbeitgeber könne zunächst einmal grundsätzlich verlangen, dass die Arbeit erbracht wird. Tarifvertraglich seien aber oft Regelungen vereinbart, die ein Fernbleiben ermöglichen. Zur Not greife da ein Gesetz im Bürgerlichen Gesetzbuch. Aber ohne Arbeit gibt es natürlich auch kein Geld. Ähnlich sei es bei plötzlicher Erkrankung des Kindes – dann gibt es den Verdienstausfall eventuell von der Krankenkasse.

Bei einem längeren Streik (Nübel: „Und den erwarte ich“) sei es den Eltern aber zuzumuten, eine Betreuung für die Zeit zu organisieren, „und das ist auch kein Weltuntergang.“