Eine Schatzkiste für Europa

Erstmals überhaupt verliehen, der Schlüssel der Stadt St. Pol,
Erstmals überhaupt verliehen, der Schlüssel der Stadt St. Pol,
Foto: WP
Was wir bereits wissen
„Wie ein großes pulsierendes Herz ist die Städtepartnerschaft zwischen St. Pol und Warstein. Mag dieses Herz ob seines Alters auch manchmal ins Stolpern geraten, es schlägt noch immer kräftig.“ – Bezug auf das Bild des Herzens als Metapher für die Städtepartnerschaft nahm Birgit Wüllner, Vorsitzende der Warsteiner Europafreunde, in ihrer Rede beim offiziellen Festakt zur 50-Jahr-Feier.

St. Pol/Warstein.. Nicht zuletzt, weil man für das Jubiläum das Herz als Symbol für die langjährigen Beziehungen beider Städte und der Menschen, die in ihr leben, gewählt hat. Als Geschenk der Stadt Warstein und der WEF übergab sie auch ein großes Metallherz, entworfen von Robert Pasitka, geformt von Franz Eßfeld, das einen würdigen Platz in einem der öffentlichen Gebäude oder im Warsteiner Park finden soll.

Eingebunden war ihre Rede, in der sie durchaus auch kritische Worte zur derzeitigen Situation der Städtepartnerschaft fand (wir berichten noch) in einen Festakt, in der vor allem die Ehrungen langjähriger Weggefährten dieser Freundschaft zwischen St. Pol und Warstein sowie die erneute Unterzeichnung der Charta dieser Städtepartnerschaft im Mittelpunkt standen.

Goldener Schlüssel für Gödde

Eine besondere Ehrung wurde dabei Bürgermeister Manfred Gödde zuteil, wurde ihm persönlich als erstem Warsteiner Bürger doch der Goldene Schlüssel der Stadt St. Pol überreicht. Überwältigt war er nicht nur von dieser außergewöhnlichen Auszeichnung, sondern auch von dem herzlichen Applaus im Salle de Fêtes. „Mit einem Schlüssel öffnet man ein Haus, ein Rathaus oder auch eine Schatzkiste. Dieses Jubiläum ist eine Schatzkiste für Europa und so verstehe ich auch diesen Schlüssel als Öffner für den Schatz, den Europa darstellt.“ Diesen europäischen Gedanken leben auch die Familien, die seit vielen Jahren freundschaftliche Bande zu den Bürgern von St. Pol geknüpft haben und die für ihr Leben der Städtepartnerschaft mit der Medaille der Stadt St. Pol ausgezeichnet wurden. Diese erhielten Uwe Müller, Schwager von Margret und Gerard Bocquillion, Reinhold Großelohmann, Prof. Reinhard Hesse, Elisabeth Schmidt, Franz-Adolf und Elisabeth Roters sowie Alfred und Cäcilia Rölleke, alle seit vielen Jahren in der Städtepartnerschaft engagiert. Dass diese am Samstag ausgerechnet am Europatag stattfand, stellte der ASPAI-Vorsitzende besonders heraus.

Bilder symbolisieren Freundschaft

Als einzige ehemalige St. Poler Bürgerin erhielt Florence Weinstock die Auszeichnung, die seit 2009 in Warstein lebt und seit 2011 mit Thomas Weinstock verheiratet ist. „Das ist die fünfte Hochzeit zwischen Partnern aus den beiden Städten“, so Gerard Bocquillion, Vorsitzender der ASPAI, des St. Poler Partnerschaftsvereines. Dieser machte Birgit Wüllner und Manfred Gödde noch ein besonderes Geschenk: Zwei Bilder, die „eine Art Ehe zwischen den beiden Städten“zeigen, wie er erläuterte - einmal mit Gebäuden und Denkmälern, einmal mit markanten Merkmalen aus der Natur beider Städte, den Bergen Warsteins und der Ternoise, die durch den Warsteiner Park fließt. Dicht gedrängt umstanden Fotografen das Podium beim Höhepunkt der Veranstaltung, der erneuten Unterzeichnung der Partnerschaftsurkunde, mit der die 50 Jahre andauernde Deutsch-französische Freundschaft zwischen den Städten erneuert wurde.

Neben Gödde und St. Pols Bürgermeister Maurice Louf unterschrieben auch Roland Mühlner, Vertreter der Stadt Wurzen, Luciano Pugliese, Jonathan Timbers sowie Birgit Wüllner und Gerard Bocquillion die Charta. Sie alle stehen ein für die Freundschaft zwischen ihren Städten und ein starkes Europa.