Eine Büttenrede über das wahre Leben

Warstein..  Wie recht er doch einst hatte, der Carl Beutin, als er seinen Ohrwurm „Die alte Bank“ dichtete und in Noten setzte. „Und ich will hoffen, dass sie singen von der Heimat Pracht, und grad wie heute wird dann auch gelacht.“

Und sie sangen, schunkelten und lachten, die Seniorinnen und Senioren, die aus Suttrop und Warstein in die Sauerlandhalle gekommen waren, um sich in das närrische Geschehen ihrer schönen Stadt einbinden zu lassen. Der Altvordere Karl Beutin rückte dann noch einmal in den Mittelpunkt, als sich mit Hildegard Bamberg seine Tochter als Prinzessin über Suttrops und Warsteins Senioren vorstellte. An ihrer Seite der Prinz ist Josef Enste, bekannt als Ensten Jüppe. Und so blieb es nicht aus, dass Stimmungssänger Dr. Josef Leßmann noch einmal altes Liedgut von Karl Beutin anstimmte, in das alle fröhlich mit einfielen: „In meinem Warstein, dort wo die Höhle steht“.

Das Beste vom Besten

Nachdem sich alle an der mit Clowns und Konfetti von den Helferinnen des Deutschen Roten Kreuzes dekorierten Kaffeetafel gestärkt hatten, zu der DRK-Vorsitzender Hartwig Bigge eingeladen hatte, wetteiferten die benachbarten und befreundeten Jecken, um „Das Beste vom Besten“ aus ihren Formationen zu präsentieren. Herausragend waren dabei die Tänzerinnen, die, je kleiner sie waren, sich in die Herzen aller schlichen. Dazu gehörten die sich durch den Urwald „wuselnden“ kleinen Äffchen oder die entzückende Mini-Wandergruppe aus dem Turnverein. Waren bei den Tanzgirls die Kostümideen zu bewundern, so waren es bei den jungen Männern die Märsche, die die Acht- bis 15-jährigen in den Bühnenboden stampften sowie die kunstvollen Pyramiden, die sie bauten. Die Sitzungspräsidenten Thomas Müller und Antonius Herting zündeten für diese Show sogar Raketen.

„Den Schalk im Nacken“, wie es in dieser Session in Suttrop heißt, hatte dann auch Büttenredner Günther Risse, der „aus dem wahren Leben“ plauderte. Dabei lief alles auf die Pointe hinaus: „Das geht doch überhaupt nicht, wenn Politiker so ‘ne dicke Haut haben, dass sie ohne Rückgrat stehen können“. Doch auch andere Themen fanden in seiner Rede Gehör, wie Wellness und Hygiene heute und früher, denn in den 50er Jahren war der gut dran, der Samstag als erster in die Badewanne durfte. Zum Schluss erklärte er, was er unter einer harmonischen Ehe versteht: „Meine Frau raucht, ich huste!“ Er blieb der einzige Wortgewaltige in der Bütt, und es scheint, als sei Günther Risse, der mit Maske und Kostümierung sparsam umgeht, augenblicklich der einzige Vortragende dieses Genres. So würden die Senioren Beleckes den Enkel des legendären Chefs sicher auch einmal hören wollen.

Farbenprächtiges Finale

Auch andere Bühnenauftritte konnten begeistern: Die Garden - hier „Max und Moritz“ mit ihren Streichen – und die „Dorfzicken“ mit „Männer braucht das Dorf“ ernteten Applaus.

Die „Achtzylinder“ vom MGV, die bald ihr 30-jähriges Bestehen feiernde Ulkkapelle, lud in Dirndl und Sepplhose zur Hüttengaudi ein. Zum Schluss sangen die Stimmungssänger im „Warsteiner Projekt“ mit „Oh du herrliches Städtchen im Wästertal, oh Warstein, wie bist du so schön“ ein Loblied auf die Heimat. Als die Stadtkapelle gegen 18 Uhr alle ins Bühnenrund zusammen blies, verabschiedeten sie sich in einem farbenprächtigen Finale.