Ein Leuchtturm-Projekt der besonderen Art

Eröffnung von Lichtkanalm Leuchtenmessstrecke an der Hochschule Hamm-Lippstadt, Standort Lippstadt.
Eröffnung von Lichtkanalm Leuchtenmessstrecke an der Hochschule Hamm-Lippstadt, Standort Lippstadt.
Foto: WP
In neue Dimmensionen vorgestoßen ist die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) am Standort Lippstadt im Bereich Goniophotometrie, welche die räumliche Verteilung von Licht- oder Beleuchtungsstärke misst. Dies ist wörtlich zu verstehen.

Lippstadt..  In neue Dimmensionen vorgestoßen ist die Hochschule Hamm-Lippstadt (HSHL) am Standort Lippstadt im Bereich Goniophotometrie, welche die räumliche Verteilung von Licht- oder Beleuchtungsstärke misst. Dies ist wörtlich zu verstehen. Die am Dienstag eröffnete Leuchtenmessstrecke, volkstümlich auch gerne Lichtkanal genannt, stößt mit 25 Metern in der Vertikalen sowie 10 Metern in der Horizontalen in eine bislang nicht gekannte Größenordnung vor. Einzigartig macht sie dazu der Roboter, der die Messungen in alle Richtungen mit einer ungekannten Genauigkeit vornimmt.

Goniometer nennt man die Einrichtung. Mit einer Traglast von bis zu 16 Kilogramm ermöglicht das raumgreifende Gerät komplexe Messungen von kleinen Leuchten über Automobilscheinwerfer bis hin zu Straßenlaternen. „Gemessen wird, wie viel Licht an welcher Stelle aus welchen Leuchten kommt“, erklärt Prof. Jörg Meyer. Er ist Inhaber der Professur für Photonik und Materialwissenschaften an der HSHL und Initiator der schon am Montag gestarteten Aktionswoche Zukunft Licht. „Indem die Lichtverteilung und -intensität von Leuchten für die Beleuchtungsplanung gemessen wird, können Optimierungen vorgenommen und Energieeinsparungen erzielt werden.“ Die vertikale Messung sei die Besonderheit. Zum Einsatz kommt das neue Labor in Forschung wie Lehre.

Hochschulpräsident Prof. Klaus Zeppenfeld erinnerte im laufenden „Internationalen Jahr des Lichts“ daran, dass die Erforschung der Wirkung von Licht aufgrund ihrer Ausrichtung für die HSHL grundsätzlich von Bedeutung sei. Das neue Lichtlabor sei „in jeglicher Hinsicht bemerkenswert“.

Leuchtenmessstrecken gibt es in Deutschland in der Industrie, so auch bei der Hella, wie auch an einigen Hochschulen, spielt die Vermessung von Lichtquellen doch in vielen Bereichen eine wichtige Rolle. Die Kombination aus der Messbarkeit von Licht horizontal und vertikal in Kombination mit dem fahrbaren, auf einer sieben Meter langen Schiene montierten Roboter, der über sechs Achsen verfügt sei deutschlandweit einzigartig, wohl auch europaweit, wobei man dies nicht genauer überprüft habe, so Zeppenfeld. „Dies trägt dabei unser Profil zu schärfen und ist auch ein Gewinn für den Standort Lippstadt.“

Turm im Gebäude

Neu berechnet und geprüft indes wurde für die Anlage die Statik des gerade einmal ein Jahr alten Gebäudes auf dem Lippstädter Campus. Der zehn Meter hohe Lichtturm, der es ermöglicht, die Wirkungsweise von Straßenlampen zu ermitteln, wurde in den Bestand integriert. Er reicht über drei Geschosse quasi bis unter des Dach des Hochschulgebäudes, wofür Zwischendecken teilweise entfernt werden mussten.

Von der Grundlagenforschung über Praktika im Bereich Lichttechnik bis zur Vermessung hochkomplexer Lichtsysteme sind vielfältige Lehr- und Forschungseinsätze vorgesehen. Insgesamt ist das Labor auf die Vermessung moderner Lichtquellen und Leuchten auf Halbleiterbasis zugeschnitten. Mit einer leistungsfähigen Leuchtdichtekamera können auch Leuchten im Nahfeld – also auf kurze Distanz – vermessen werden. Die Ausstattung erlaubt zudem die Messung von Farbverteilungen, die im Bereich der LED-Beleuchtung eine wichtige Rolle spielen.

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