Ein Geburtstag als Aushängeschild für die Stadt

Warstein..  Drei dicke Aktenordner hat Birgit Wüllner, Vorsitzende der Warsteiner Europafreunde vor sich auf dem Tisch liegen. Aktenordner, die von einem ganz besonderen Jubiläum zeugen, das im vergangenen Jahr gefeiert werden konnte: Die 50-jährige Städtepartnerschaft zwischen Warstein und Saint Pol sur Ternoise. Ein Jubiläum, für das viel vorbereitet werden musste, das aber auch viel Freude gebracht hat. „Insgesamt bin ich mehr als zufrieden“, betont Birgit Wüllner. „Ich denke, dass dieses Jahr für die Städtepartnerschaft und die Stadt Warstein einen großen Imagegewinn gebracht hat.“

Als die Organisationsgruppe vor zwei Jahren begann, das Jubiläum zu planen, sah man den Wust an Arbeit noch ganz locker. „Aber es war gut, dass wir so früh begonnen haben Ideen zu sammeln und die Logistik zu planen.“ Relativ schnell habe man sich so auf vier Großveranstaltungen festgelegt, so dass das Partnerschaftsjubiläum immer im Gedächtnis der Warsteiner und St. Poler blieb. „Diese 50 Jahre musste man ins Gedächtnis der Bevölkerung bringen. Eine so lange, tiefe Freundschaft zu haben, ist was Tolles.“ Birgit Wüllner blättert in ihren Unterlagen, sucht ihre Liste heraus mit Dingen, die gut gelaufen sind oder Verbesserungspotential haben.

Der Auftakt mit der Vorstellung der Jubiläumschronik, der Eröffnung der Ausstellung mit den Gastgeschenken und dem Konzert sei als Einheit „einfach klasse“ gewesen.

„Das war wie ein Auftakt mit Paukenschlag. Ich hätte nicht gedacht, dass der Zulauf und die Qualität der Wortbeiträge so gut sein würde.“ Von Zuversicht, Herzblut und Weitblick in die Zukunft sei der Auftakt geprägt gewesen. „Das Highlight war natürlich unser Goldstück Marie-France Acquart. Es war eine Menge Arbeit, die sie sich und auch Doris und Franz-Josef Berghoff zugemutet hat.“

Jugend und Wanderfreunde

Da man im Jubiläumsjahr verschiedene Bevölkerungsgruppen ansprechen wollte, standen am zweiten Festwochenende die Jugend und Wanderfreunde im Mittelpunkt. „Es waren völlig unterschiedliche Leute, die mit dem Bus gekommen sind.“ Diese waren teils gekommen, um den Schnadezug mitzuerleben, teils aber auch wegen des städteübergreifenden Schulprojektes zum Thema Windmühlen. Birgit Wüllners Lob gilt Ute Richter: „Sie hat das Wochenende umsichtig und kreativ gestaltet und logistisch alles gut mit den Gastfamilien hintereinander gekriegt.“

Ein breites Interessensspektrum wurde am Haupt-Wochenende abgedeckt. Bei der Bilderausstellung drückten die Maler ihre künstlerischen Gedanken zum Thema Freundschaft aus, wobei die bunte Vielfalt begeisterte. „Es war schön, dass wir zufällig 50 Bilder hatten.“

Absoluter Höhepunkt des Wochenendes war für die WEF-Vorsitzende der Festakt, der von Wolfgang Heppekausen perfekt geplant worden sei – vom Entwurf der Einladung bis zu Gesprächen mit dem Bundestagspräsidenten-Büro. Eine logistische Leistung vom Rathaus, insbesondere von Margit Wulf, sei hier geleistet worden. „Die Veranstaltung hatte ein hohes Niveau und hat der Gesamtstadt ein gutes Image gebracht.“ Dazu habe vor allem Bundestagspräsident Norbert Lammert beigetragen, „dadurch, dass er in seiner Rede die Freundschaft betont und sich bei Florence Weinstock persönlich für die Übersetzung bedankt hat – das war eine tolle Visitenkarte für die Stadt und die Warsteiner Europafreunde“, betont Birgit Wüllner.

Lob findet sie auch für die Belecker Geschäftsleute, die von sich aus die Innenstadt mit Wimpeln und Fähnchen geschmückt hatten, so dass die Gäste schon festlich gestimmt in der Neuen Aula ankamen. Weniger gut sei hingegen die Erlebnismeile in Warstein gewesen, da sie unterbrochen war. „Am Haus Kupferhammer war es sehr schön, auch die Lebendigkeit am Bullerteich war toll, aber dann kam lange nichts.“ Dafür habe es aber an der Pankratiuskirche noch einmal eine muntere Ecke gegeben.

Neue Form für Begegnungsabend

Auch der Abend habe einige Schwächen gehabt durch zu lange Redeanteile. „Insgesamt bin ich der Meinung, dass man für die Zukunft eine Form finden muss, mit der man die Bevölkerung mehr zum Mitmachen motiviert, damit man nicht nur unter sich ist. – Vielleicht könnte man eine Europa-Party machen.“

Zeit für Begegnungen bestanden ferner im Oktober während des Schüleraustausches, der zusammengelegt war mit dem zehnjährigen Schüleraustausch mit Finnland. Sehr gut seien die Filmbeiträge der Realschule und des Collège gewesen. Ebenfalls positiv sei gewesen, dass sich die finnischen Kollegen und Schüler eingebracht hätten und die Gastfamilien durch ein internationales Büfett. „Das Programm war schülergerecht“, so Birgit Wüllners Fazit. Das fällt auch für das gesamte Jubiläumsjahr, trotz kleiner Kritikpunkte, positiv aus: „Wir wollten alle gerne ansprechen und hoffen, dass wir das auch geschafft haben.“