Ein buntes Kleinod mit vielen Überraschungen

Eine Blumentorte präsentiert Ulla Gottbrath. Bei der „Offenen Gartenpforte“ gibt es hingegen echte Kuchen und Torte, hier arbeitet sie mit der OGS Suttrop zusammen, für die der Erlös bestimmt ist.
Eine Blumentorte präsentiert Ulla Gottbrath. Bei der „Offenen Gartenpforte“ gibt es hingegen echte Kuchen und Torte, hier arbeitet sie mit der OGS Suttrop zusammen, für die der Erlös bestimmt ist.
Foto: Tanja Frohne
Was wir bereits wissen
Die Hobbygärtnerin Ulla Gottbrath öffnet bei der „Offenen Gartenpforte“ ihren paradiesischen Landhausgarten am Wochenende für Besucher.

Suttrop..  „Man geht nie zwei Mal in denselben Garten“, steht auf einer Schiefertafel geschrieben, die auf der Fensterbank zum Stallgebäude lehnt. Gleich daneben sitzt ein buntes Huhn mit Sonnenbrille – gerade neu auf der Rüthener Stadtmauer ertrödelt.

Man merkt gleich, wenn man den Landhausgarten von Ulla Gottbrath betritt: Die Hobbygärtnerin liebt nicht nur Blumen, sie liebt auch Dekorationen. Daher ist ihr Garten auch ständigen Veränderungen unterworfen. Und sie liebt es, ihren rund 1200 Quadratmeter großen Garten mit anderen zu teilen, nimmt daher seit rund fünf Jahren an der kreisweiten Aktion „Offene Gartenpforte“ teil. „Ich habe mit dieser Aktion nur gute Erfahrungen gemacht“, betont sie. Man komme mit anderen Gartenliebhabern ins Gespräch, bekomme positive Resonanz.

„Es kommen wirklich tolle Leute“, möchte sie auch andere Gartenbesitzer motivieren, ihre Gärten im Rahmen der „Offenen Gartenpforte“ für Besucher zugänglich zu machen. Auch sie selbst habe sich zunächst von Freunden und Familie überreden lassen müssen. „Ich habe mich nie getraut teilzunehmen.“

Nutzgarten wird blühendes Paradies

Dabei ist es wirklich ein kleines Paradies, das sich Ulla Gottbrath geschaffen hat. Ihre Schwiegereltern hatten auf dem großen Grundstück einen Nutzgarten mit Kartoffel und Gemüse angelegt, der Blick über den Gartenzaun war offen. Bis Ulla Gottbrath vor 15 Jahren begann, den Garten umzugestalten.

Zunächst wurden an den Seiten links und rechts Büsche und Bäume gepflanzt, „damit man nicht so auf dem Präsentierteller sitzt“. Da der Garten eine Hanglage hat, mussten dann ebenerdige Sitzplätze geschaffen werden – eine Terrasse gleich am Haus, von der aus man einen schönen Blick über das Grundstück hat, und eine offene Hütte mit großem Tisch und Stühlen. „Heute würde ich eher einen geschlossenen Pavillon errichten – aber ich habe damals nicht auf meinen Mann gehört.“

Dann folgten nach und nach Beete mit Pfingstrosen, Stauden und vor allem vielen Rosen. „Ich hatte nie einen Plan, ich hab einfach angefangen.“ So dominierte zunächst auch noch der Rasen in dem Garten, wurde jedoch mehr und mehr verdrängt. „Ich habe immer mehr Beete abgestochen, aber jetzt langt es.“

Viele Rosen und Gräser

Was besonders an ihrem Garten fasziniert, ist die Ursprünglichkeit, mit einem Barockgarten und akkurat umsäumten Beeten hat dieses Paradies nichts gemein. „Landhausgarten heißt ja, dass es auch wilde Ecken gibt. Auch beim Bepflanzen achte ich nicht auf besondere Stauden, sondern gehe nach dem Motto von Karl Förster: Es wird durchgeblüht.“ Wobei sie auch ihre Lieblingspflanzen hat – Pfingstrosen, teilweise mehrere Jahrzehnte alt – Rispenhortensien, aber vor allem englische Rosen und Gräser. „Die sind in den vergangenen Jahren hinzu gekommen, weil es auch im Herbst schön aussehen soll“, erzählt die Suttroperin.

Überall im Garten finden sich gemütliche Ecken, in denen man sich ausruhen kann: Kleine Tische mit zierlichen Stühlen, Bänke, eine alte Schaukel, an der eine Rambler-Rose, die Bobby James, rankt. Auch einen Gartenpavillon gibt es inmitten des Kräutergartens mit Johanniskraut und Lavendel. Hierher können sich auch die Besucher zurückziehen, wenn sie mit einem Glas Wasser oder einer Tasse Kaffee durch den Garten schlendern und die bunten Beete betrachten.

Zwischen all den Pflanzen schauen getöpferte Figuren hervor, große Raben, die die Schnäbel in die Luft recken, und ein großherzogliches Paar: Henri und Marie-Theres hat Ulla Gottbrath sie getauft, hat sie doch die Vorbilder für die Figuren in Luxemburg entdeckt. „Im Winter töpfere ich – und bei der ,Offenen Gartenpforte’ werden die Sachen dann ausgestellt“, schmunzelt sie.

Den Brunnen, der in einer Nische fröhlich vor sich hin plätschert, hat hingegen ihr Mann Johannes aus Beton gegossen. „Ich muss ihn noch bearbeiten, damit ich noch mehr kriege“, meint sie. Denn etwas Plätscherndes fehle noch ein bisschen. So bleibt auch in Zukunft noch einiges zu tun im Landhausgarten, getreu dem Motto: „Man geht nie zwei Mal in den selben Garten.“

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