Ein Blumenmädchen wandelt sich zur Dame

Rüthen..  „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen.“ Immer wieder lässt der selbstherrliche Professor Higgins das Blumenmädchen Eliza Doolittle diesen Satz wiederholen, quält sie Tag und Nacht mit Übungen. Schließlich hat der Sprachwissenschaftler ein ehrgeiziges Ziel, nämlich aus dem einfachen Blumenmädchen eine Dame mit ausgefeilter Sprache zu machen, ist er doch überzeugt, dass die Sprache eines Menschen seine soziale Stellung bestimmt.

Mit „My fair Lady“, frei nach dem Stück von George Bernard Shaw, hat sich das Theater Speezial des Friedrich-Spee-Gymnasiums einen echten Klassiker vorgenommen, der mehrfach verfilmt wurde. Bekannt ist vor allem die Musical-Version. „Gesungen wird bei uns nicht“, erklärt Claudia Gallagher, die zusammen mit Monika Pickmeier bei der Komödie, die durch Situationskomik und vor allem Wortwitz besticht, Regie führt. Dafür wird allerdings eine Schülerin am Klavier einige der bekannten Melodien intonieren.

Kenner des Stoffes werden beim Theater Speezial noch immer etwas Neues entdecken, denn einmal, um die Diskrepanz zwischen englischem Stück und deutscher Sprache erklären zu können, aber auch, um möglichst viele Nachwuchs-Schauspieler unterbringen zu können, wurde eine Rahmenhandlung geschrieben – mit dem Nebeneffekt, dass es im Stück drei Elizas gibt. „Das war eine heiß begehrte Rolle.“

Rahmenhandlung mit Rollenwechsel

So ist diese in der Rahmenhandlung als alte Frau zu sehen, die ihrer Enkelin, welche eine verlotterte Jugendsprache pflegt, erzählt, warum ihr Sprache so wichtig ist und wie sie, die inzwischen als Professorin für Sozio-Linguistik arbeitet, zu dem Menschen geworden ist, der sie ist. Auch im Stück kommt dieser Rahmen mehrfach vor, lassen sich doch damit auch schwierige Szenen, die schwer darzustellen sind, besser erklären. „Beim Diplomatenball haben wir beispielsweise nicht die Möglichkeiten wie im Film.“ Auch bei der jungen Eliza wird noch ein Rollenwechsel vollzogen, wenn sie sich von dem ungebildeten Blumenmädchen zur akzentuiert sprechenden Frau wandelt.

Während sich die Schüler mit „My fair Lady“ wieder für einen klassischen Stoff ausgesprochen haben, die Kostüme dem damaligen Zeitgeist entsprechen, ist das Bühnenbild modern. „Ich arbeite gerne mit abstrakten Bühnenbildern“, so Claudia Gallagher. 26 hölzerne Obstkisten verwandeln sich mal in den Markt, auf dem Eliza ihre Blumen anbietet, mal in das Studierzimmer von Professor Higgins und mal in die Pferderennbahn in Ascot. Und das mit nur wenigen Handgriffen. So sind die Umbaupausen fast nicht spürbar.