Eigenständiger Standort Suttrop nicht haltbar

Grundschule und Schützenhalle Suttrop, Suttrop, Luftbild von Warstein, Sauerland
Grundschule und Schützenhalle Suttrop, Suttrop, Luftbild von Warstein, Sauerland
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die Grundschule Suttrop muss zum 31. Juli 2016 als eigenständiger Schulstandort aufgelöst werden. Das ist der Paukenschlag, der sich in dem Verwaltungsentwurf für den Schulentwicklungsplan bis 2020/21 verbirgt.

Suttrop.. Dienstag Abend stellte Schulamtsleiter Josef Pieper den Entwurf im Ausschuss vor. Bereits ab dem kommenden Schuljahr 2015/16 erreicht die Grundschule nicht mehr die vom Gesetz geforderte Mindestgröße von 92 Kindern für eine selbstständige Grundschule. „Anhand der Geburtenentwicklung ist nicht davon auszugehen, dass die Grenze in den nächsten Jahren wieder überschritten wird“, so Pieper. Die Verwaltung plädiert daher in ihrem Entwurf des neuen Schulentwicklungsplanes für eine schulrechtliche Auflösung der Grundschule Suttrop zum 31. Juli 2016 und der gleichzeitigen Errichtung eines Teilstandortes der Liobaschule Warstein für die Dauer von einem Jahr. Ab dem Schuljahr 2017/18 würden dann alle Kinder aus Suttrop am Standort Lioba beschult.

„Mit diesem Vorgehen wird allen Beteiligten genügend Zeit und Gelegenheit gegeben, sich auf die neue Situation einzustellen. Gleichzeitig können wir auf diese Weise die nachhaltige Entlastung des Haushaltes berücksichtigen“, begründetet Josef Pieper den Verwaltungsvorschlag. Denn die Aufgabe des Schulstandortes Suttrop brächte der Stadt eine Nettoeinsparung von rund 20 000 Euro. Den größten Einsparpunkt stellt dabei die Gebäudebewirtschaftung dar.

Angesichts der Tatsache, dass in der Ortschaft Suttrop ein großer städtischer Gebäudebestand vorhanden sei, biete die Aufgabe des Schulstandortes die Chance, den Gebäudebestand durch Aufgabe einzelner Objekte zu optimieren. Als Beispiel nannte Josef Pieper die neue Nutzung der Grundschule Hirschberg, in der mittlerweile die ortsansässigen Vereine neue Räumlichkeiten gefunden haben. Für Marita Kretschmer, die im Sommer 2016 aus dem Amt scheidende Schulleiterin der Suttroper Grundschule, ist dies nicht der optimale Weg. „Natürlich trifft uns das jetzt nicht unvorbereitet; wir wissen seit vier Jahren, dass unsere Schülerzahlen sinken“, meldete sie sich im Ausschuss zu Wort, „aber ich plädiere für einen dauerhaften Erhalt Suttrops als Teilstandort, der über ein Jahr hinausgeht.“

Kretschmer plädiert für Teilstandort

Dies sei auch Elternwunsch, weil man auf diese Weise das vertraute Umfeld für die Kinder erhalten könne. Kretschmer zog Parallelen zu Nachbargemeinden: „In Möhnesee gibt es verschiedene Teilstandorte; dort läuft es gut. Wieso sollte das nicht auch bei uns funktionieren?“ Eine dauerhafte Errichtung eines Suttroper Teilstandortes der Liobaschule Warstein ist als eine weitere Möglichkeit in dem Verwaltungsentwurf vorgesehen, allerdings nicht die favorisierte Variante der Verwaltung. Möglich wäre dies bei einer Untergrenze von bis zu 46 Kindern, eine Zahl, die Suttrop absehbar erreicht. Doch Josef Pieper wies auf einen Knackpunkt hin: „Zum Schuljahr 2018/19 werden in Suttrop nur 12 Kindern eingeschult. Um die geforderte Mindestklassengröße von 15 Kindern zu erreichen, müssten mindestens drei Kinder aus Warstein nach Suttrop gehen.“

Genau aus diesem Grund wünscht sich Lioba-Schulleiterin Karin Scheithauer eine gründliche Information und mehr Zeit für „ihre“ Eltern: „Auch an der Liobaschule gibt es in dieser Hinsicht Wünsche und Bedenken, da wir davon ja auch betroffen wären.“ Rederecht bekamen gestern in einer Unterbrechung der Sitzung auch diejenigen, die es unmittelbar betrifft: Der stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende der Suttroper Grundschule, Christian Weiken, warb bei Politik und Verwaltung ausdrücklich darum, die Eltern miteinzubinden. „Führen Sie mit uns einen sachlichen, konstruktiven Dialog. Wir haben in Hirschberg und Kallenhardt gesehen, wie emotional solche Diskussionen werden können. Lassen Sie uns das unter dem Strich sehen, was das Wichtigste ist: unsere Kinder.“ Die Eltern hoffen auf einen dauerhafte Errichtung eines Teilstandortes.