Eickhoffer retten Schützenverein

Die Jubialre werden vor dem Vogelschießen geehrt.
Die Jubialre werden vor dem Vogelschießen geehrt.
Foto: Armin Obalski
Was wir bereits wissen
Bis in den Nachmittag sah es so aus, als würde der Schützenverein Langenstraße-Heddinghausen-Eickhoff ohne neues Königspaar bleiben. Dann fassten sich Mathias Möller und Marc Happe ein Herz und entschieden das Vogelschießen unter sich.

Langenstraße/Heddinghausen/Eickhoff..  Bis in den Nachmittag sah es so aus, als würde der Schützenverein Langenstraße-Heddinghausen-Eickhoff ohne neues Königspaar bleiben. Drei Stunden, nachdem das Vogelschießen begonnen hatte – und bis dato ergebnislos geblieben war – verkündete Oberst Robert Wahl um 14.15 Uhr, man wolle um 16 Uhr sehen wie es weitergeht. Doch schon weit davor wendete sich das Blatt: Zwei Eickhoffer fassten sich ein Herz und wollten dem Schützenverein aus der (Königs-)Klemme helfen: Mathias Möller und Marc Happe. Möller war der Erfolg beschieden.

Es lag nicht daran, dass der von Markus Giesecke gebaute Vogel besonders zäh gewesen wäre, sondern am Mangel an Bewerbern, dass der neue König erst um 14.38 Uhr feststand. „Wir haben uns gesagt, dann machen wir das“, fasst Mathias Möller zusammen, was ihn und Marc Happe bewog, zum Gewehr zu greifen. „Wir können doch den Schützenverein nicht ohne König lassen.“

Gedacht, getan, gab Happe am Nachmittag den ersten, Möller den zweiten von insgesamt zu Buche stehenden 171 Schüssen ab – und die Not war beendet. Königin des 45-jährigen Auslieferungsfahrers bei Meyer-Menü ist Steffi Rudat aus Langenstraße.

Verheißungsvoll begonnen hatte das Marathon-Schießen. Auch nachdem die Insignien abgeschossen waren (Krone Ortsvorsteher Antonius Wilmesmeier, Apfel Bürgermeister Peter Weiken, Zepter Peter Martin) stand noch ein halbes Dutzend Schützen am Gewehr. So schien es, dass der morgendliche Appell von Oberst Robert Wahl gefruchtet hatte. „König zu sein, ist herrlich“, hatte er bei der Ehrung der Vereinsjubilare aus eigener Erfahrung berichtet.

Reihen lichten sich schnell

Doch spätestens, nachdem Torben Freesmeier den linken Flügel, Berthold Rodehutscord den rechten abgeschossen hatte, war es mit der Herrlichkeit vorbei. Vorsitzender Alfons Rehborn gab zwar immer wieder Schüsse ab – war aber schon König. Peter Wahl schoss ebenfalls – wollte es aber aus persönlichen Gründen in diesem Jahr (noch) nicht werden. Und so kam es zu Schießpausen, die auch die Dauer von einer Stunde durchaus überstiegen. Hoffnung kam auf, als Reinhard Jaeschke quasi todesmutig und auch ein wenig leichtsinnig, schließlich war der Rest des Vogelrumpfes mit bloßem Auge kaum noch auszumachen, einen Schuss abgab. Er landete einen Volltreffer, hatte dann aber wohl doch Angst vor der eigenen Courage.

Und so hatte das Seniorenorchester Soest schon seine Instrumente zusammengepackt, als die beiden Eickhoffer sich ein Herz fassten . . .