E-Mails und Verspätung checken klappt sogar im Schnellbus nach Lippstadt

Den Hotspot im SchnellBus S60 gibt es schon seit drei Jahren.
Den Hotspot im SchnellBus S60 gibt es schon seit drei Jahren.
Foto: RLG
Mehr Internet in Bus und Bahn, wie es die Piraten fordern? Die RLG ist ganz vorne dabei, bietet WLAN schon seit drei Jahren. Zumindest teilweise.

Warstein..  Die Piraten-Partei forderte jüngst auf ihrem Landesparteitag in Gelsenkirchen mehr Internet-Zugänge, so genannte Hotspots, in Bussen und Bahnen. Für die Regionalverkehr Ruhr-Lippe (RLG) ist das Thema teilweise jedoch ein „alter Hut“: Bereits seit mehr als drei Jahren bietet das Busunternehmen im Schnellbus S 60 (Warstein-Lippstadt) eine kostenlose Hotspot-Verbindung an.

Für alle Fahrten

„Das gilt für alle Fahrten“, betont Annette Zurmühl, Pressesprecherin der RLG – außer wenn ein Wagen gerade mal zur Inspektion ist und durch ein „normales“ Fahrzeug ersetzt werden muss: „Da kann es ausnahmsweise mal anders sein“.

Inzwischen sind zwei weitere Schnellbus-Linien im Sauerland mit mobilem Internet ausgestattet, außerdem der gesamte Stadtverkehr in Arnsberg (33 Fahrzeuge). Möglicherweise kommt in absehbarer Zeit auch noch der Nachtbusverkehr hinzu.

Hardware- und laufende Kosten

Auch wenn das Angebot gut ankommt, werden wohl in diesem Jahr keine weiteren Stadtverkehre folgen, verweist Zurmühl auf Hardware- und laufende Kosten. Grundsätzlich sei es aber ein „Zusatznutzen, den wir unseren Kunden bieten“. Darum sei man auch mit dem „Premiumprodukt“, dem Schnellbus, Anfang 2012 gestartet.

Gerade die junge Kundschaft interessiere sich für das Angebot, um mit Smartphone, Tablet oder Notebook ins Internet zu gehen, Mails auszutauschen oder sich etwa über Verspätungen im Bahn-Verkehr zu informieren – gerade in Streikzeiten ein wichtiger Aspekt. Zurmühl: „Das ist ein Mehrwert. Gerade die jungen Leute informieren sich kurzfristig“. Empfangsprobleme gibt es – außer bei Technik-Ausfällen praktisch nicht mehr, da es auf dem Linienweg so gut wie keine Funklöcher mehr gibt. Von Vorteil ist dabei, dass die S 60 zum Großteil auf einem relativ flachen topografischen Gelände unterwegs ist.

Weitere Anfragen

Die Erfolge, die die RLG mit ihrem Bus-Hotspot hat, blieben natürlich nicht im Verborgenen. „Ab und an“ gebe es Anfragen von anderen Busunternehmen, sich die ebenfalls mit dem Gedanken beschäftigen. Allerdings, so Zurmühl, sei das Thema zuletzt ein bisschen abgeklungen, „weil derzeit mehr öffentliche Hotspots in Städten thematisiert werden“.

Die RLG-Kunden wüssten jedenfalls den Mehrwert und Komfortzuwachs bei der Busnutzung zu schätzen, da so das Datenvolumen – wenn vorhanden – geschont wird. Es habe „nur positive Meldungen“ gegeben. Überrascht waren die Verantwortlichen, wie schnell sich das neue Angebot herumgesprochen hat: „Wir haben das in den ersten Wochen noch nicht groß vermarktet, aber die Kids hatten das ruckzuck rausgefunden“. Heute weisen Aufkleber auf das Angebot hin, im Anfang gab es auch Prospekte. Für regelmäßige Busnutzer ist das Angebot längst zur Gewohnheit geworden.

Und offene Haftungsfragen kann Annette Zurmühl nicht erkennen: „Bislang haben wir keine Schwierigkeiten gehabt.“ Daten würden üblicherweise verschlüsselt, „darauf muss der Kunde achten“.